16. Juli 2021 Diskussion/Vortrag «Automobilmesse München (IAA) verschrotten»

– für eine radikale Verkehrswende

Information

Veranstaltungsort

Blaues Haus (Saal)
Prinz‐Ludwig‐Str. 23
86911 Dießen

Zeit

16.07.2021, 19:30 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Klimagerechtigkeit

Zugeordnete Dateien

Der Wirtschaftsgeograph von der Universität Salzburg spricht über den Umbau- und Rückbau der Automobilindustrie sowie eine Stadtplanung der kurzen Wege. Dabei geht es um wirtschaftliche Zusammenhänge und grundlegende gesellschaftliche Veränderungen, eine umweltfreundlichere Mobilität ist unser Ziel.

Es gelten die Corona‐Hygieneregeln.

Für eine radikale Verkehrswende
Die Autoindustrie ist die zentrale Branche für den Exportweltmeister Deutschland. Daran hängen Profite, Weltmarktanteile, Bruttosozialprodukt und Arbeitsplätze, aber auch Träume und Illusionen, Statusdenken und Machogehabe. Der Staat fördert den Autoverkehr mit Milliarden Euro Steuergeldern und negativen Konsequenzen. Der Verkehr wächst konstant. Derzeit sind insgesamt etwa 47 Millionen Autos unterwegs. Deutschland gehört zu den wenigen Ländern ohne Tempolimit auf Autobahnen, obwohl es ein einfaches wie günstiges Mittel wäre, um den CO2‐Ausstoss zu reduzieren und Menschenleben zu retten.

Als individuelles Massentransportmittel ist der PKW einer der Hauptverursacher von Umweltzerstörung. Das betrifft den CO2‐Ausstoss, die Luftverschmutzung durch Feinstaub, die gewaltigen Mengen an Energie und Rohstoffen, die für die Herstellung der Fahrzeuge verbraucht werden, die gigantische Menge an Müll, der übrigbleibt, aber auch den enormen Flächenverbrauch für Straßen, Parkplätze und Garagen. Unabhängig vom Antriebssystem ist das Auto eine Sackgassen-Technologie, die Fortsetzung einer falschen Entwicklung im Interesse des Profits.

Nur drastisches Schrumpfen der Automobilindustrie ist ökologisch verträglich. Dafür müssen Möglichkeiten der Konversion ausgeschöpft werden und eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich für die Arbeiter*innen ist notwendig. In einem ökologischen Mobilitätskonzept der Zukunft werden zwar Automobile gebraucht, aber nur als Nutzfahrzeuge (Krankenwagen, Feuerwehr, Baufahrzeuge, ein erheblich reduzierter Transportsektor) sowie als Taxi für Behinderte, Alte und Kranke und in ländlichen Regionen als Sammeltaxen oder im Car-Sharing-Betrieb.

Die Internationale Automobilausstellung (IAA), die Anfang September erstmals in München stattfinden soll, ist hingegen Symbol einer verfehlten Entwicklung, die zu ökologischen Zerstörungen und damit verbunden sozialem Elend führt. Die Grünen haben sich als Regierungsparteien in Baden-Württemberg und Berlin um die Austragung der IAA gerissen und die Münchner Stadtratsfraktion hat nicht vehement protestiert. Diese Partei mit ihrer Illusion vom fairen ökologischen Kapitalismus ist längst Teil des Problems. Für uns kann es dagegen nur eine Antwort geben: die IAA darf nicht stattfinden.

Die Mittwochsdisko, die sich an den Protesten gegen die IAA in München beteiligt, ist eine Gruppe vom Westufer Ammersee. Wir diskutieren aus gesellschaftskritischer Perspektive über aktuelle Ereignisse. Wir beschäftigen uns mit den Folgen des kapitalistischen Normalbetriebs, Patriarchat und Sexismus, mit der Ausbeutung und Demütigung von Menschen, Klimawandel und Umweltzerstörung, mit Flucht und Migration, autoritären und rechten Tendenzen, Digitalisierung oder der Corona-Krise sowie neuen Ideen für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen

Eine Veranstaltung des RLC Dießen in Kooperation mit dem KEV.

 

Standort

Kontakt

Dr. Julia Killet

Regionalbüroleiterin Bayern, Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern/Kurt-Eisner-Verein

Telefon: +49 89 51996353