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Nachricht , : Neue App „WhoCares“

Wie viel ist meine unbezahlte Care-Arbeit wert? Jetzt kannst du sie zeitlich erfassen und in Lohn umrechnen.

Details

„Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann“ – mit dieser Liedzeile ist eigentlich alles darüber gesagt, was unsere Gesellschaft von Sorge- und Pflegearbeit hält. Putzen und Kochen, Kinder erziehen oder Angehörige pflegen – das ist doch keine Arbeit, das passiert so nebenbei, aus Liebe, weil sich Frauen nun mal von Natur aus gerne kümmern. 

Männer werden laut einer Oxfam–Studie von Januar 2020 im weltweiten Durchschnitt für 80 Prozent ihrer Arbeit bezahlt, Frauen nur für ca. 41 Prozent. Macht sich also Sorge- und Pflegearbeit mal so nebenbei? Natürlich nicht. Sie erfordert Zeit, die dann für Lohnarbeit und Freizeit fehlt.

Stellen wir uns mal vor, du kannst diese Zeit messen: Wieviel Stunden bist du „mal so nebenbei“ mit Care-Arbeit beschäftigt? Ist Pflege- und Sorgearbeit nichts wert? Doch natürlich, sogar sehr viel. Ohne Care-Arbeit würden wir im Dreck leben und nur Stulle mit Brot essen. Stellen wir uns mal vor, es gäbe einen Stundenlohn für's Kochen, Kinder betreuen, Haushalt organisieren oder emotionales Unterstützen – wie viel würdest du verdienen?

Nun wurde die App „WhoCares“ entwickelt, mit der du genau das machen kannst: Sorge- und Pflegearbeit zeitlich erfassen und in Gehalt umrechnen. In übersichtlichen Statistiken kannst du dir angucken, für welche Aufgaben du am meisten Zeit aufwendest und wann du besonders viel Hausarbeit leistest. So kannst du deine Ergebnisse auch mit anderen Personen in deinem Haushalt vergleichen.

Außerdem erfährst du in der App ganz viel zum Thema Care-Arbeit, unter anderem zu möglichen potentiellen Lösungsansätzen, wie sich diese Arbeit in Zukunft besser organisieren lässt. Denn unbezahlte Sorgearbeit ist nichts Privates, sondern das Fundament unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems. 

Mehr Infos gibt es auf der Projekt-Website whocares-app.de.

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