Publikation Staat / Demokratie - Wirtschafts- / Sozialpolitik - Partizipation / Bürgerrechte - Stadt / Kommune / Region - Ungleichheit / Soziale Kämpfe - Wohnen Muss Wohnen immer teurer werden?

Mythen und Behauptungen über Wohnen, Mieten, Kaufen

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Reihe

luxemburg argumente

Autor

Andrej Holm,

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Der drastische Mietanstieg in vielen Städten sowie Konflikte um Verdrängung haben die Wohnungsfrage zurück in die politischen Debatten und auf die Straße gebracht. Wie in kaum einem anderen Bereich unseres Alltags prallen hier existenzielle soziale Bedürfnisse und ökonomische Interessen einer marktförmig organisierten Wirtschaft aufeinander. Eine soziale Wohnungsversorgung – das zeigen die letzten 150 Jahre der kapitalistischen Urbanisierung – muss fast immer gegen private Gewinninteressen durchgesetzt werden. Etwa zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden in Deutschland mit Wohnungen und Immobilien erwirtschaftet. Es geht also um viel Geld – entsprechend ausgeprägt sind auch die Interessenkonflikte: auf der einen Seite die vielen MieterInnen, die sich gute und günstige Wohnungen wünschen, auf der anderen Seite Unternehmen und PrivateigentümerInnen, die ihre Gewinne optimieren wollen.

Immer dann, wenn soziale und wirtschaftliche Interessen im Widerstreit stehen, wird auch mit ideologischen Mitteln gekämpft und werden Behauptungen aufgestellt und in den Medien wiedergegeben, die sich bei näherer Betrachtung als einseitig und häufig gar als unwahr herausstellen. Besonders weit verbreitet beim Thema Wohnen sind «Expertenmeinungen», die die Gefährlichkeit von staatlichen Eingriffen betonen und hauptsächlich auf privatwirtschaftliche Initiativen und Marktmechanismen setzen.

In dieser Broschüre werden gängige Behauptungen in den gegenwärtigen wohnungspolitischen Auseinandersetzungen auf den Prüfstand gestellt. Können es Private wirklich besser? Muss Neubau immer teuer sein? Schützt uns das Mietrecht vor Verdrängung? Sie soll dabei helfen, die üblichen Argumente für den sogenannten freien Wohnungsmarkt kritisch zu hinterfragen und den Blick für bedürfnisgerechtere Formen der Wohnungsversorgung zu öffnen. Konzepte für eine andere Wohnungspolitik liegen längst vor. Insbesondere die vielen Mieterinitiativen und selbstverwalteten Wohnprojekte haben für zahlreiche Fragen und Probleme bereits sehr konkrete Antworten und Lösungen entwickelt und Vorschläge formuliert, wie diese umgesetzt werden könnten. Diese Broschüre soll all jene mit Informationen und Argumenten ausstatten, die sich im Alltag oder in ihrer professionellen bzw. politischen Funktion für eine sozialere Wohnungspolitik einsetzen.

Inhalt
  1. Private können es einfach besser
  2. Staatliche Eingriffe bremsen den Wohnungsbau
  3. Neubau entlastet den Mietwohnungsmarkt
  4. Wohnungen zu bauen ist einfach teuer. Deshalb sind die hohen Mieten auch gerechtfertigt
  5. Die Mieten steigen auch deswegen, weil Modernisierungen notwendig und kostenintensiv sind
  6. Das deutsche Mietrecht ist das beste der Welt. Vor allem die «Mietpreisbremse » schützt vor zu hohen Mieten
  7. Es gibt kein Recht auf Wohnen in der Innenstadt
  8. Gentrifizierung ist ein ganz normaler Prozess, den es in allen großen Städten der Welt gibt
  9. Gentrifizierung sorgt für eine bessere soziale Mischung und hat viele andere Vorteile für die Stadt
  10. Der Kauf einer Eigentumswohnung ist die beste Alterssicherung
  11. Aufgrund der niedrigen Zinsen können sich immer mehr Menschen den Traum vom Eigenheim erfüllen
  12. Alternative Wohnformen und Eigentumsmodelle sind nur etwas für eine kleine Minderheit
  13. Der soziale Wohnungsbau hat versagt