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Publikation : Rosa Luxemburg in der Sowjetukraine

Gedenken, Übersetzungen, Rezeption

Wichtige Fakten

Erschienen
März 2021
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In der Sowjetukraine, ebenso wie in der gesamten UdSSR, wurde die Person Rosa Luxemburg ganz anders wahrgenommen und interpretiert als im Westen. In erster Linie wurde sie als eine Märtyrerin im offiziellen Pantheon der „Kämpfer für die Weltrevolution“ gefeiert. Ihre theoretischen Schriften wurden aber nicht in den marxistisch- leninistischen Kanon aufgenommen. Sie wurden überwiegend in wissenschaftlichen Beiträgen zur politischen Ökonomie zitiert und nur gelegentlich als Lektüre für Student*innen der Wirtschaftswissenschaften empfohlen. Der Hauptgrund dafür ist, dass Rosa Luxemburgs Positionen in grundlegenden theoretischen Fragen stark vom Leninismus abweichen.

Aber selbst ihre Publizistik, allen voran ihre „Briefe aus dem Gefängnis“, die sich wohl kaum als „abweichlerisch“ bezeichnen lassen, waren nur wenig verbreitet. Dafür begann bereits in den ersten Monaten nach ihrem Tod der Prozess ihrer Mythologisierung, indem zuerst Straßen und später auch Orte und Betriebe nach ihr benannt wurden. Dabei ging es aber immer nur um die Revolutionärin und nie um die Theoretikerin Rosa Luxemburg. Ein solches Bild ließ sich von der Parteielite gut instrumentalisieren und führte dazu, dass ihr Name vom Ukrainischen Institut für Nationales Gedenken im Rahmen des „Gesetzespakets zur Dekommunisierung“ von 2015 auf die Liste der vom Gesetz betroffenen Personen gesetzt wurde, obwohl ihr lediglich ihre Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei Deutschlands als Vergehen zur Last gelegt werden konnte.

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Serhij Hirik ist Historiker und hat zur Geschichte der Ukrainischen Kommunistischen Partei der Borot'bisten in den Jahren 1918 bis 1920 promoviert. Er ist Vizepräsident der Ukrainian Association for Jewish Studies und lehrt Jewish Studies an der National University of Kyiv-Mohyla-Academy.

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