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Publikation : Industrie 4.0

Grundzüge einer gerechten Transformation für die Beschäftigten der indischen Automobilindustrie

Wichtige Fakten

Reihe
Studien
Autorin
Rakhi Sehgal,
Herausgeber*innen
Aurel Eschmann, Pragya Khanna,
Erschienen
Juni 2021
Bestellhinweis
Nur online verfügbar

Details

Gespräche und Debatten über die Technologien der vierten industriellen Revolution (4IR) und der Industrie 4.0 (I4.0) sind bislang von den Erfahrungen einer Handvoll entwickelter Industrieländer geprägt. Die Vereinten Nationen (UN) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) haben mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass die Einführung neuer Technologien nicht allein von der technischen Machbarkeit, sondern von einer Vielzahl weiterer Faktoren abhängt – angefangen bei sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren über Einstellungen zu Technologie und Innovation, sozioökonomische Bedingungen, das Bildungs- und Gesundheitswesen und das Ausmaß der Ungleichheit bis hin zu drohenden sozialen Unruhen aufgrund von Arbeitsplatzverlusten. Die aktuellen Diskussionen erschöpfen sich häufig in der Wiederholung des altbekannten neoliberalen Dogmas TINA („There is no alternative“) und ignorieren die Tatsache, dass die Übernahme von Technologien nicht nur eine technische Frage ist. Aus dieser verengten Perspektive betrachtet, scheint sich die Dynamik wieder in die Industrieländer zu verlagern, die die Konzeption und Entwicklung innovativer Technologien beherrschen. Die Entwicklungsländer dagegen scheinen zu dem Schicksal verurteilt zu sein, ihre unqualifizierten digitalen Arbeitskräfte zu Hungerlöhnen einfache Jobs verrichten zu lassen, obwohl sie wichtige Märkte für digitale Produkte darstellen.

Die vorliegende Studie untersucht das vielschichtige Terrain der Einführung digitaler Technologien in der indischen Automobilindustrie, um zwei wesentliche Aspekte zu verstehen: die Bedingungen, unter denen sie stattfindet, und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsverhältnisse. Was sind ihre Voraussetzungen, wer wird davon profitieren und wer verlieren, wer bleibt außen vor, wie werden sich die gesellschaftlichen Beziehungen vermutlich verändern, wie wird die Technologie lokal angepasst, um Innovationen zusätzliche Dynamik zu verleihen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, sollen zunächst die Hintergründe der Entwicklung skizziert werden. Ziel dieser Studie ist es, Debatten über 4IR und I4.0 für Arbeiter*innen und Gewerkschaften in der Automobilindustrie zugänglich zu machen. Dies kann dazu beitragen, dass sie einen Handlungsplan sowie die nötigen Instrumente entwickeln, um selbst Einfluss auf die Entscheidungen hinsichtlich der Einführung digitaler Technologien auszuüben. Denn schließlich wird diese Entwicklung erhebliche Auswirkungen auf ihr Leben und die Arbeiterbewegung haben.

Inhalt:

1 Einführung 

2 Auswirkungen der vierten industriellen Revolution auf die indische Automobilindustrie 

  • 2.1 Die indische Automobilindustrie – ein Überblick 
  • 2.2 Digitalisierung der indischen Automobilindustrie 
  • 2.3 Smart-Car-Technologien made in India 

3 Auswirkungen auf die Arbeitsverhältnisse in der Automobilindustrie 

  • 3.1 Herausforderungen beruflicher Qualifizierung 
  • 3.2 Arbeitskämpfe im Zeitalter von Industrie 4.0 

4 Gewerkschaft 4.0: Schritte zu einer gerechten Transformation für die Beschäftigten 

  • Agenda für die Gewerkschaften in Indien 

5 Schluss 

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