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Publikation : Erneuerbar, effizient, regional

Potenziale von Großwärmepumpen in Brandenburg und Sachsen

Wichtige Fakten

Reihe
Studien
Erschienen
April 2024
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Heizen in der City: Großwärmepumpe statt Wasserstoff!

Die Wärmewende in den Städten ist ein dickes Brett. Kommen hier doch kleine dezentrale Wärmepumpen häufig an ihre Grenzen. Im coolen Skandinavien gibt es dafür Lösung, nach denen man in Deutschland suchen muss: Großwärmepumpen, umweltfreundlich und effizient, angeschlossen an Wärmenetze. Im dänischen Esbjerg baut beispielsweise das bayerische Unternehmen MAN gerade eine Großwärmepumpe mit einer thermischen Leistung von 60 Megawatt, die 100.000 Einwohner*innen (ca. 25.000 Haushalte) klimafreundlich versorgen wird.

Erste wenige Projekte starten nun endlich auch in Deutschland. Eine Studie im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat sich diese und die Technologie dahinter genauer angeschaut. Das beauftrage Fraunhofer IEG macht zudem Vorschläge, unter welchen Bedingungen Kommunen oder Bürgerenergie-Gemeinschaften mit Großwärmepumpen durchstarten können. Ein Fokus dabei liegt räumlich auf Sachsen und Brandenburg. Hier gibt es neben natürlichen Gewässern beispielsweise Tagebauseen als Wärmequelle. Aber auch Wärme aus Abwässern, Umgebungsluft, Rechenzentren, Industrieprozessen oder Geothermie können Wärmepumpen zum Laufen bringen. Wärmespeicher und Wärmenetze müssen dafür neu- oder ausgebaut werden.

Großwärmepumpen sind natürlich nicht die eine beste Lösung, können aber gerade in verdichteten Gebieten (neben dezentralen Wärmepumpen und unvermeidbarer Abwärme) einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Wärmewende bezahlbar und umweltfreundlich zu gestalten.

Im Übrigen ist sowohl aus sozialen wie aus ökologischen Gründen bundesweit zu verhindern, dass Kommunen oder Energieversorger im Wärmebereich riskant auf grünen Wasserstoff statt auf Wärmepumpen setzen. Dieses Gas wird – wenn überhaupt verfügbar – extrem knapp und teuer sein, einige Industriebereiche brauchen es dringender. Im Fall von Wärmepumpen-gespeisten Wärmenetzen als clevere Alternative wird deren Hochlauf umso besser gelingen, wie Bund und Länder missbrauchsanfällige Gesetzeslücken im Verbraucher- und Mietrecht schließen, so in der AVBFerwärme-Verordnung und der Wärmelieferverordnung.

Nicht zuletzt eignen sich Großwärmepumpen auch für einen gemeinwohlorientierten Betrieb über Stadtwerke, städtische Eigenbetriebe, Wohnungsgenossenschaften bzw. dörfliche oder Bürgerenergie-Gemeinschaften. Sie können so einen wertvollen Beitrag leisten, die Rolle kommunaler Akteure und die soziale Komponente in der Energieversorgung zu stärken.

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