Kurs «Praxis Politischer Bildung»

Bildungsarbeit ist ein komplexer Bestandteil politischer Arbeit – der für einige Beruf, Berufung oder ehrenamtliches Engagement bedeutet. Je nach Rahmenbedingungen, Teilnehmer*innen-Gruppe, Inhalt und Anlass oder Kontext unterscheiden sich Bildungsprozesse stark voneinander. Und auch die Wege in die politische Bildungsarbeit sind so verschieden wie die persönlichen Biographien der Bildungsarbeiter*innen.

Oft mangelt es an Möglichkeiten, sich innerhalb der Arbeit systematisch mit dem eigenen Handeln und der Gestaltung von Bildungsprozessen¬ auseinander zu setzen und diese zu reflektieren. Vielen Bildungsarbeiter*innen fehlt zudem der kollegiale Austausch zu Praxisproblemen, das Nachverfolgen aktueller Diskussionen oder die Möglichkeit, Entwicklungsfelder im eigenen Handeln zu identifizieren.

Auch die für Bildungsarbeiter*innen grundlegende Frage danach, welche Konsequenzen sich aus gesellschaftlichen und/oder politischen Entwicklungen für die Praxis ergeben (müssten), kann häufig nur im kleinen Kreis oder individuell reflektiert werden. Austausch- und Vernetzungsorte, die einen gemeinsamen Blick auf aktuelle Herausforderungen ermöglichen sowie eine kollektive Suche nach dafür passenden Bildungsangeboten/-formaten und Handlungsmöglichkeiten eröffnen, sind aktuell notwendiger denn je. Innerhalb von Netzwerken, Bündnissen und Kollektiven wird der Ruf nach ganzheitlichem und globalem Denken immer lauter, damit das Wort Solidarität nicht zu einer leeren Worthülse verkommt.

Der Kurs «Praxis Politischer Bildung» möchte hierzu einen Raum schaffen und richtet sich an hauptamtlich, nebenberuflich sowie ehrenamtlich tätige Bildungsarbeiter*innen, Mitarbeiter*innen der politischen Bildung und Trainer*innen, die motiviert sind und Interesse haben, die eigene Praxis und die damit verbundenen Fragen in einer festen Lerngruppe systematisch zu reflektieren.

Idee dieser Weiterbildung ist es, die eigene Bildungsarbeit vor dem Hintergrund verschiedener inhaltlicher Schwerpunkte zu beleuchten. Dabei können zum Teil neue Inhalte erarbeitet oder bereits Bekanntes aus verschiedenen Perspektiven diskutiert werden. Die Mitglieder des Kursteams verstehen sich in diesem Prozess als Begleiter*innen, Anreizgeber*innen und Kolleg*innen. Die Teilnehmenden sind zur aktiven Mitgestaltung und zum Einbringen der eigenen Erfahrungen eingeladen.

In den vergangenen Jahren hat der Kurs bereits viele Teilnehmende bei der (Neu-) Ausrichtung der eigenen Bildungsarbeit oder Vertiefung bestimmter Interessenfelder begleitet. Gemeinsam suchen wir immer wieder nach dem explizit Linken in der politischen Bildungsarbeit und beschäftigen uns mit der Frage, wie (emanzipatorische) Lernprozesse gestaltet werden können.

Der Kurs besteht aus sechs Wochenenden und einer fünftägigen Intensivwoche zu verschiedenen Themengebieten. Die Gestaltung von Praxissequenzen bietet Gelegenheit, sich auszuprobieren und/oder eigene Konzepte und Entwürfe zu präsentieren und kollegial zu reflektieren.

Wenn Du Lust auf ein kollegiales Lernumfeld, die Auseinandersetzung mit Deiner eigenen Praxis und Spaß an Inhalten rund um das Thema «Bildungsarbeit» hast, findest Du unten alle Informationen zum Anmeldeverfahren.

Hier noch einmal die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

Diese Weiterbildung richtet sich an dich, sofern du ...

  • gemeinsam mit anderen systematisch auf deine eigene politische Bildungspraxis schauen möchtest,
  • in Bildungsprozessen Lernräume emanzipatorisch gestalten möchtest,

  • Interesse an Fragen rund um solidarische Praxen, Bündnisperspektiven und Netzwerkdenken hast,

  • deiner Bildungsarbeit eine (neue) linke Ausrichtung geben willst,

  • Lust auf eine feste Lerngruppe und eine beteiligende Lernkultur hast.

Dieser Kurs nimmt explizit Methoden, didaktische Konzepte sowie Bildungstheorien in den Blick, die für einen linken, kritischen Kontext relevant sind. Die Arbeit an konkreten Praxisfällen der Teilnehmenden sichert die Möglichkeit, Lerninhalte an unterschiedliche Kontexte und Bildungspraxen anzupassen.

Inhaltliche Schwerpunkte des Kurses

  • Kommunikation und Kooperation

  • Bildungs- und Lerntheorien

  • Hegemonie und Gesellschaft

  • Konzepte kritischer Erwachsenenbildung

  • Reflexion der eigenen Rolle und Haltung

  • Arbeit in und mit Gruppen

  • Gesellschaftliche und politische Verantwortung in der Bildungsarbeit

  • Kollegiale Praxisreflexionen

Zielgruppe

Hauptamtlich, nebenberuflich oder ehrenamtlich tätige politische Bildungsarbeiter*innen

Umfang

Der Kurs erstreckt sich über den Zeitraum von September 2020 bis Juni 2021 und umfasst 172 Ausbildungsstunden. Diese setzen sich zusammen aus 6 Wochenendmodulen, einer Intensivwoche (5 Tage), der Gestaltung einer Praxissequenz sowie dem Anfertigen eines Fotoprotokolls. Optional können im Rahmen des Kurses bis zu zwei ergänzende Seminare aus dem Bildungsangebot der Rosa-Luxemburg-Stiftung besucht werden. Über die tatsächlich belegte Anzahl von Ausbildungseinheiten wird ein Zeugnis ausgestellt. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme an mindestens 80% der Ausbildungszeit.

Ort

Für die Kursmodule suchen wir nach Bildungsstätten in zentral gelegenen Regionen des Bundesgebietes.

Teilnahmebeitrag

Für den Gesamtkurs wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 500 Euro (ermäßigt 300 Euro) erhoben. Im Teilnahmebeitrag enthalten sind Verpflegung sowie die Übernachtung im Doppelzimmer während der sieben Module. Die Fahrtkosten für die Anreise zum Seminarort sind von den Teilnehmenden selbst zu tragen.

Als Ermäßigungsgründe gelten üblicher Weise der Status als Student*in, Schüler*in, Erwerbslosigkeit. Darüber hinaus wissen wir um prekäre Einkommenssituationen auch bei Freiberuflichkeit. Wir setzen auf eine solidarische Selbsteinschätzung. Generell gilt: Teilnahmebeiträge dürfen keine Barriere für die Teilnahme an politischen Bildungsveranstaltungen darstellen. Bitte unbedingt bei uns melden, um bei Bedarf eine weitere Absenkung des Teilnahmebeitrags zu vereinbaren!

Anmeldeverfahren

Für eine Anmeldung zum Kurs haben wir einen Fragebogen zum Download bereitgestellt, der die wichtigsten Voraussetzungen erfragt. Für eine verbindliche Bewerbung bitte den ausgefüllten Fragebogen bis 30. Juni 2020 direkt über den Sendebutton im Dokument oder per E-mail an KursPB@rosalux.org senden.

Unsere Kriterien für die Zusammensetzung einer Kursgruppe sind vor allem Erfahrungen mit Bildungsarbeit sowie eine möglichst vielfältige Gruppenkonstellation und die Verbindlichkeit der Teilnahme.

Weitere Informationen unter der Mailadresse KursPB@rosalux.org

Kursleitung

  • Nastaran Tajeri-Foumani, freiberufliche politische Bildner*in, Berater*in, Moderator*in und Lehrbeauftragte*

  • Claudia de Coster, Referentin für Kritische Politische Bildung/Politische Weiterbildung, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Start des nächsten Kurses ist im September 2020.

Downloads

Kontakt

Rolle Persondetails
Referentin für Kritische Politische Bildung / Politische Weiterbildung Claudia de Coster
E-Mail: claudia.decoster@rosalux.org
Telefon: +49 30 44310141
Raum: 737