5. Februar 2021 Seminar Revolutionäre Aufstände 10 Jahre später – Revolutionary uprisings a decade on

Bilanz und Blick nach Vorne (mit Fokus auf Ägypten und Tunesien) – Taking stock-Looking forward" (focus on Tunisia and Egypt)

Information

Veranstaltungsort

Online

Zeit

05.02.2021, 17:00 - 18:30 Uhr

Themenbereiche

Soziale Bewegungen / Organisierung, Nordafrika

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Revolutionäre Aufstände 10 Jahre später – Revolutionary uprisings a decade on

In Kooperation mit dem Partner Transnational Institute (TNI) veranstaltet das Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tunis eine Reihe von Web-Seminaren (in Englisch/ Arabisch). Das folgende erste Web-Seminar hat einen Fokus auf Tunesien und Ägypten als Entstehungsorte der Revolutionen. Das Ziel ist es die historischen Momente zusammen mit Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen, Zeitzeugen und Teilnehmenden noch einmal zu besuchen, um dann gemeinsam aus Schlüsselmomenten, Erfolgen und Niederlagen neue Lehren zu ziehen.

Vor einem Jahrzehnt, am 14. Januar 2011, setzten die Tunesier*innen nach wochenlangen Protesten ihren jahrzehntelangen Diktator Ben Ali ab. Inspiriert von dieser revolutionären Entwicklung begannen die Ägypter*innen eine ebenso bedeutsame Revolte, die in knapp 18 Tagen im Sturz eines weiteren Despoten – Mubaraks – gipfelte.

Diese revolutionären Aufstände erschütterten die Welt und fegten westlich unterstützte Tyrannen – nacheinander – in das, was zweifellos noch zu den unvergesslichsten historischen Ereignissen zählt. Die melodiösen Rufe «Das Volk will den Sturz des Regimes» hallten durch die Region, durchquerten Kontinente und drückten eine zutiefst selbstemanzipatorische transformative Erfahrung aus.

Wie die meisten von einfachen Menschen angeführten revolutionären Situationen, setzten auch die Aufstände von 2011 eine enorme Energie, einen kollektiven Sturm, ein beispielloses Gefühl der Erneuerung und eine große Bewusstseinsverschiebung frei. Trotz einer erstaunlichen Demonstration von Widerstandskraft und Menschenpower sahen sich diese Bewegungen mit erheblichen Herausforderungen und Rückschlägen konfrontiert. Sie standen fest verwurzelten autoritären und konterrevolutionären Kräften gegenüber, die mit dem Ziel der Vernichtung agierten.

Aber bevor wir zu den Nachwirkungen eilen und ohne «Revolutionen» zum diskursiven Eigentum einer Vergangenheitsform zu erklären, beabsichtigen wir, zurückzublicken, um dann in den folgenden Webinaren weiter nach vorne zu schauen.

Gäste:

  • Mabrouka M’barek (PhD Student an der  University of Massachusetts Amherst.)
  • Chafik Benrouine (Tunesischer Aktivist und Wirtschaftsanalytiker)
  • Dina Makram-Ebeid (Ägyptische Wissenschaftlerin)
  • Hossam el-Hamalawy (Ägyptischer Journalist, Fotograf und Aktivist)

Moderation: Miriyam Aouragh (Niederländisch-Marokkanische Aktivistin und Wisssenschaftlerin, Westminister University) und Hamza Hamouchene (Algerischer Aktivist und Programmkoordinator TNI) 

Die Diskussion wird in Englisch geführt mit Übersetzung ins Arabische.

Anmeldung/Registration 

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Nachfolgende Web-Seminare:

März / April 2021:
«Counterrevolution and Revolutionary discontent»
The protest movements in Syria, Libya, Yemen and Bahrain 10 years on

Sommer 2021:
«Revolutionary Rehearsal: Rhythms of Resistance in the Maghreb»
Moroccan, Algerian, Tunisian and Sahrawi perspectives on the two waves of revolutions in North Africa.

Kontakt

Hildegard Kiel

Projektmanagerin für Nord- und Ostafrika, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 521