8. Dezember 2022 Diskussion/Vortrag Klimawandelskeptizismus und Klimabewegung - Wie baut man in der politischen Bildungsarbeit Vorurteile ab?

Zwei Impulsvorträge – ein Zusammenhang. Reihe «Salon Bildung 2022»

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Zeit

08.12.2022, 18:30 - 20:30 Uhr

Themenbereiche

Geschlechterverhältnisse, Soziale Bewegungen / Organisierung, Sozialökologischer Umbau

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Klimawandelskeptizismus und Klimabewegung - Wie baut man in der politischen Bildungsarbeit Vorurteile ab?

Das Geschlecht der Klimabewegung
mit Ania Spatzier

In der medialen Darstellung sind es vor allem junge Frauen, welche die Spitzen der internationalen Klimagerechtigkeitsbewegung bekleiden. Dadurch hebt sich diese aktuell größte soziale Bewegung deutlich von seinem politischen Umfeld ab. Es stellt sich somit die Frage nach der Bedeutung von Geschlechterverhältnissen innerhalb dieser Bewegung, um Potenziale für bewegungsübergreifende Allianzen in der Überschneidung ökonomischer, ökologischer und emanzipatorischer Kämpfe für eine sozialökologische Transformation aufdecken zu können. Dabei kann das sich in der sozialen Bewegung selbst befindliche Wissen in Kombination mit Ansätzen der politischen Ökologie und feministischer politischer Ökonomie wichtige Hinweise zur Aufklärung geben. Ausgangspunkt ist ein Verständnis von sozialen Bewegungen als zentrale Akteure in einer politischen Landschaft sowie Orte der Wissensproduktion mit dem Anspruch auf gesellschaftliche Gestaltung und Transformation.

Anhand wissenschaftlicher Analysen der Geschlechterverhältnisse in der jungen Generation der Klimagerechtigkeitsbewegung will der Beitrag zur Diskussion der wirksamen Politisierung von Krisenphänomenen und deren Verschränkungen anregen.

Exkludierende Haltungen und Autoritäre Diskurse in der Klimakrise 
mit Julian Niederhauser

So alt wie das Wissen über den menschengemachten Klimawandel sind auch die Versuche, diese Erkenntnisse zu torpedieren. Vorwiegend US-amerikanische fossile Konzerne und konservative Think Tanks haben den klimawissenschaftlichen Konsens über Jahrzehnten öffentlichkeitswirksam als zweifelhalft erscheinen lassen.

Spätestens seit dem Hoch der Klimagerechtigkeitsbewegung rund um Fridays for Future haben auch etliche rechtspopulistische Parteien in Europa die Klimakrise als politischen Kampfplatz erkannt. Sie mobilisieren etwa gegen Kohleausstieg oder Mobilitätswende und warnen vor einer »Öko-Diktatur«. Zudem formieren sich in sozialen Medien – häufig maskulinistisch und rassistisch artikulierte – offen chauvinistische Haltungen. Wissenschaftlichen Befunden und Appellen der Klimagerechtigkeit wird demonstrativ mit der Verteidigung eigener Privilegien begegnet.

Emanzipatorische Bildungsarbeit steht dabei vor der Herausforderung, rechte fake news, Krisendeutungen sowie -bearbeitungsweisen einerseits zu demaskieren und diese andererseits in Beziehung zu den Unzulänglichkeiten der herrschenden Klimapolitik zu setzen.

Ania Spatzier ist politische Soziologin aus Berlin, Julian Niederhauser ist Sozialwissenschaftler aus Wien. Beide sind Promotionsstipendiat*innen der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Graduiertenkolleg »Krise und sozialökologische Transformation«.


Mit dem SALON BILDUNG betreibt die Rosa-Luxemburg-Stiftung ein öffentliches Format, das in der Tradition politischer Salons steht. Auf den Veranstaltungen diskutieren wir zu aktuellen Themen der emanzipatorischen Bildung. Wir laden Menschen ein, die etwas Spannendes zu sagen haben, und diskutieren anschließend gemeinsam ihre Positionen. In angenehmer und geselliger Atmosphäre lassen wir den Abend ausklingen.

Weitere Termine:
07. April 2022, 09. Juni 2022, 08. September 2022, 08. Dezember 2022, siehe PDF-Folder.

Standort

Kontakt

Dr. Marcus Hawel

Stv. Direktor des Studienwerks, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310457