15. Juni 2022 Tagung/Konferenz «Eine Unmenge Zukunft in der Vergangenheit» (Ernst Bloch)

Zum Abschluss der Paul Levi-Werkausgabe – ein Abschiedskolloquium für Jörn Schütrumpf

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Zeit

15.06.2022, 15:00 - 18:00 Uhr

Themenbereiche

Parteien- / Bewegungsgeschichte, Rosa Luxemburg

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«Eine Unmenge Zukunft in der Vergangenheit» (Ernst Bloch)

Paul Levi (1883-1930) ist einer der vergessenen großen Intellektuellen aus dem deutsch-jüdischen Bürgertum. Einst Anwalt und Partner Rosa Luxemburgs gehörte er neben ihr, Leo Jogiches, Karl Liebknecht und anderen Mitgliedern der Spartakusgruppe zu den Gründern der KPD. Von Mai 1919 bis Februar 1921 war er deren Vorsitzender, wollte eine revolutionäre Realpolitik durchsetzen, verweigerte die Unterordnung der KPD unter die Moskauer Politik und: wurde ausgeschlossen. Bis zu seinem frühen Tod agierte er als einer der führenden Köpfe des linken Flügels der SPD.

Levis Ausgabe der «Schriften, Reden und Briefe» wird nun mit dem vorliegenden Band II/3 beendet. Er ergänzt die Bände II/1 und II/2, in denen Levis Texte aus seinem Hauptwerk, der Zeitschrift «Sozialistische Politik und Wirtschaft» (SPW, 1923 bis 1928), und aus der ab Oktober 1928 herausgegebenen Zeitschrift «Der Klassenkampf. Sozialistische Politik und Wirtschaft» veröffentlicht sind. In diesem Band nun sind alle Texte versammelt, die zwischen 1923 und 1930 nicht im Zusammenhang mit diesen Zeitschriften entstanden.

Fast zehn Jahre hatte sich der Herausgeber Jörn Schütrumpf dieser Gesamtausgabe gewidmet. Ihr Abschluss fällt zusammen mit seinem Eintritt in das offizielle Rentenalter. Schütrumpf hatte in Leipzig studiert, war als Historiker an der Akademie der Wissenschaften der DDR tätig und im vereinigten Deutschland maßgeblich am Aufbau der Zeitschrift «Utopie kreativ», der Hellen Panke und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin beteiligt. Von 2003 bis 2016 leitete er den Karl Dietz Verlag und zuletzt die Fokusstelle Rosa Luxemburg. Neben der Herausgabe von Schriften Levis zählen zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen die Bände über Rosa Luxemburg, Angelica Balabanoff und Heinrich Wandt. Außerdem sei auf seine Bücher «Diktatur statt Sozialismus» (2017) und «Freiheiten ohne Freiheiten. Die DDR – historische Tiefendimensionen» (2010) verwiesen.

Das Kolloquium eröffnet Daniela Trochowski, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Dagmar Enkelmann, Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung, spricht mit Jörn Schütrumpf über Levi, Rosa Luxemburg, Revolutionen und Traditionslinien ebenso wie über die historisch-politischen und gesellschaftlichen Aufbrüche in den 1990er Jahren, die unter anderem im Aufbau der Rosa-Luxemburg-Stiftung ihren Widerhall fanden. Den Einführungsvortrag hält Michael Brie, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Karl Dietz Verlag Berlin. 

Um Anmeldung wird gebeten, s.o.

Standort

Kontakt

Dr. Uwe Sonnenberg

Referatsleiter Geschichte, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 425