Dokumentation Erste Kommunalpolitische Konferenz in Rathenow

Vernetzen, informieren, weiterbilden – Ein Rückblick auf die KoPoKon 22

Information

Zeit

17.06.2022 - 19.06.2022

Themenbereiche

Bildungspolitik, Stadt / Kommune / Region

Tagungsort: das ehemalige Kreiskulturhaus «Johannes R. Becher» in Rathenow
Tagungsort: das ehemalige Kreiskulturhaus «Johannes R. Becher» in Rathenow

Die KoPoKon – ein Austauschort für linke Kommunalpolitik

Im Juni 2022 war es endlich soweit. Die erste «KoPoKon» öffnete in Rathenow ihre Tore. Es waren die Türen des ehemaligen Kreiskulturhauses Johannes R. Becher, direkt am zentralen Märkischen Platz der Stadt gelegen, unweit der malerischen Havelkanäle und des Optikparks.

Coronabedingt war der Start dieses Formates ein Jahr verschoben worden. Über dieses allpräsente Thema hinaus drängten sich ernüchternde Ergebnisse von Bundestags- und Landtagswahlen, der Ukraine-Krieg und eine linke #meetoo-Debatte machtvoll in den Vorbereitungsprozess. Das stellte die Vorbereitung vor große Herausforderungen. Gleichzeitig machte es den Beteiligten auch nochmal deutlich, wieviel all das mit Kommunalpolitik zu tun hat und wie wichtig es ist, gesamtgesellschaftliche Entwicklungen mit einer kommunalpolitischen Perspektive und zu diskutieren.

So entwickelte sich die KoPoKon zum richtigen Format zur richtigen Zeit. Ein Austauschort für kommunal Aktive aus großer Stadt und flachem Land, aus dem hohen Norden und dem bergigen Süden, mit viel oder auch wenig politischer Erfahrung aber mit einem großen Herz für kommunale Politik. Damit ist die Grundidee der KoPoKon auch schon gut beschrieben. Und in dieser Idee finden sich verschiedene Akteure, die linke Kommunalpolitik unterstützen zusammen. Diese Kooperation von Rosa-Luxemburg-Stiftung mit der Bundestagsfraktion, dem Kommunalpolitischen Forum und der Landesstiftung in Brandenburg, bis hin zur Stadtfraktion in Rathenow führt Kompetenzen, Ressourcen, Netzwerke und good practice für ein gemeinsames Anliegen zusammen.

Die KoPoKon hatte für viele Bedürfnisse ein passendes Angebot parat. Der Samstag stand ganz im Zeichen des Erfahrungsaustauschs und der Debatte. Da ging es um ein Nachdenken über ein «Wie weiter mit den Städtepartnerschaften», es ging darum, wie die Erfolge der Flüchtlingspolitik für ukrainische Geflüchtete zu einem Rückenwind für alle Geflüchteten gemacht werden können. In einem anderen Workshop wurden die Potenziale des 9 €-Tickets für eine linke ÖPNV-Politik erörtert. Aber auch unschöne Entwicklungen der Corona-Zeit wurden thematisiert, die allgemeine Politikverdrossenheit oder zunehmende Gewalt gegen kommunale Mandatsträger*innen.

Genauso prägend wie die Inhalte waren die Räume jenseits der Workshops. Im Foyer wurden an Infotischen neben Materialien vernetzende Gesprächsthemen angeboten. Mit dem Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst) ging es bspw. um das Zusammenwirken in kommunaler Flüchtlingspolitik, am Stand der Zeitschrift KommunalFORUM kamen die Teilnehmenden mit dem Herausgeber und Chefredakteur ins Gespräch und am Stand der Rosa-Luxemburg-Stiftung gab es den Podcast LUX.local oder das Beratungsangebot InKuvator zum anfassen. Und wer genug von Kommunalpolitik hatte, konnte das Optikmuseum im Dachgeschoß besuchen und dort erfahren, dass auch 200 Jahre Optik-Industriegeschichte letztlich eine Geschichte von Kommunalpolitik in Rathenow sind.

An den beiden Abenden standen Begegnung und das freudvolle Miteinander im Vordergrund. Beim Kneipen-Quiz, in der Nachbesprechung der Poetry-Slam – Perfomances oder beim Tanz mit DJ Lutz mögen so manche persönliche Vernetzungen entstanden sein, die über die KoPoKOn hinaureichen.

Der Sonntag klang dann mit Exkursionen in die linke kommunale Welt des Kreises Havelland aus. In einer Mischung aus Tourismus und Thema schipperten die einen zum Thema Renaturierung über die Havel, andere besuchten das Stadtentwicklungsprojekt «Olympiagelände 1936» in Elstal und dritte spazierten auf den Pfaden gelebter Bürger*innenbeteiligung durch die Stadt Rathenow.

Das Format der KoPoKon als künftiger «place to be» für linke Kommunalpolitik*innen war in seinem Potenzial bereits spürbar. Im nächsten Jahr wird es in Hessen eine Fortsetzung finden und viele der Teilnehmenden werden wohl wieder dabei sein. Bis dahin werden dann weitere gesellschaftliche Entwicklungen eingefangen worden sein und Wünsche der Teilnehmenden umgesetzt.

In der Zukunft soll die KoPoKon ein kraftvoller und inspirierender Ort sein, von dem aus linke Kommunalpolitik ihre Potenziale zur Gesellschaftsveränderung und ihre Beiträge zum nötigen Re:organisierungsprozess der Linken und LINKEN entfalten kann. Der Anfang dafür wurde in Rathenow gemacht.

Ronald Höhner, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Das Programm

Freitag, 17. Juni

ab 14 Uhr

Anmeldung im Foyer

15 bis 18 Uhr
Offener Gedankenaustausch zum Thema Umwelt und Kommunen
mit Ralph Lenkert, MdB (Sprecher für Umwelt-, Klima- und Energiepolitik)

Vor dem Hintergrund des Klimawandels hat sich Umweltpolitik auch in den Kommunen als ein wichtiges und zentrales Aufgabenfeld etabliert. Themen wie z.B. Abfall, Abwasser, Lärmschutz, Feinstaubemissionen und Lichtverschmutzung spielen in den Kommunen eine immer größere Rolle. Dabei führen innovative Umweltkonzepte zu einer Verbesserung der Lebensqualität in den Städten und erweisen sich zunehmend als wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaft. Die Rahmenbedingungen, auch für kommunale Umweltpolitik, definiert jedoch zunächst einmal der Bund über die Umweltgesetzgebung sowie die Auferlegung von Förderprogrammen.

Wie groß der Einfluss des Bundes auf die kommunale Umweltpolitik tatsächlich ist, welche Entwicklungen in der Bundespolitik aktuell eine Rolle spielen und welche Chancen, Möglichkeiten aber auch Herausforderungen und Hindernisse daraus für die Kommunen entstehen, möchten wir in einem offenen Gedankenaustausch mit Ralph Lenkert und Euch diskutieren.

Damit wir eine lebhafte Diskussion erleben, möchten wir Euch bitten, uns vorab Eure Wunschthemen mitzuteilen. Dies ermöglicht uns eine Einschätzung, bei welchen Themen es den größten Redebedarf gibt.

Ralph Lenkert ist Stadtrat in Jena und sitzt für DIE LINKE als Obmann im Ausschuss für Klimaschutz und Energie. Des Weiteren ist er Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag.

18 bis 19 Uhr

Abendessen

ab 19 Uhr
Grußworte
Politisches Quiz + Interaktives Kennenlernen + Poetry-Slam

Samstag, 18. Juni

10 bis 10:45 Uhr

Eröffnung der KoPoKon22
Grußworte von Ulrike Detjen (RLS), Wolfgang Freye (BAG Kommunalpolitik) + Andrea Johlige (MdL)

10:45 bis 11:15 Uhr

Eröffnung der KoPoKon22
Organisatorisches

11:30 bis 13 Uhr

Wie weiter mit den Städtepartnerschaften in Osteuropa
mit Peter Franke

Die Partnerschaften der Städte und Gemeinden sind der ideale Ort der internationalen Begegnung von Menschen. Sie sind Völkerverständigung im bestverstandenen Sinne. Aber sie sind noch mehr. Kommunale Partnerschaften werden als Plattform genutzt, um Demokratisierungsprozesse in Staaten zu unterstützen. "Gerade jetzt brauchen wir in Europa einen neuen Anlauf für den Ausbau der Städte- und Gemeindepartnerschaften! Kommunale Partnerschaften sind Völkerverständigung im bestem Sinne des Wortes!", stellt der Deutsche Städte- und Gemeindebund fest. Er verweist darauf, dass es auch in einem Krieg und in einer schweren Krise sinnvoll und hilfreich sein kann, zumindest eine Dialogmöglichkeit in die Partnerkommune eines Kriegslands zu erhalten.

Peter Franke ist Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher West-Ost-Gesellschaften, einem Zusammenschluss von mehr als 70 Vereinigungen und Einzelpersonen, die sich für die Vertiefung der Beziehungen zu den Menschen in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion einsetzen.

Für DIE LINKE im Aufsichtsrat
mit Frank Kuschel

Die Rechte und Pflichten von Aufsichtsratsmitgliedern sind noch zu wenig bekannt. Ursachen für die "Unkenntnis" sind unter anderem darin zu sehen, dass die Rechtslage für die Arbeit von Aufsichtsräten kompliziert und die Rechtsprechung nicht einheitlich ist. Zwischen den Bundesländern gibt es im Kommunalrecht Unterschiede, die Vergleiche erschweren. Für Linke im Aufsichtsrat stellt sich die Frage, was kann ich überhaupt bewirken. Der Workshop soll sowohl der Wissensvermittlung als auch dem Erfahrungsaustausch dienen. Unser Referent Frank Kuschel ist seit 1985 kommunalpolitisch tätig und Autor zahlreicher kommunalwissenschaftlicher Abhandlungen.

Frank Kuschel ist seit 1985 kommunalpolitisch tätig (derzeit als Mitglied des Kreistages im Ilm-Kreises) und Autor zahlreicher kommunalwissenschaftlicher Abhandlungen.

ÖPNV mit Links
mit Fritz Viertel

Bus und Bahn sind der Schlüssel für eine sozial-ökologische Verkehrswende. Das ist inzwischen eine Binsenweisheit. Komplizierter ist es, diese Anforderung ganz konkret vor Ort umzusetzen. Der Workshop gibt einen Einblick in die Organisation des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Deutschland und führt in die Einflussmöglichkeiten auf der Ebene der verschiedenen Aufgabenträger (Länder, Landkreise, Städte und
Gemeinden) ein.

Anschließend wollen wir gemeinsam über Ansätze einer linken Verkehrspolitik in unseren Kommunen (mit Schwerpunkt auf dem ÖPNV) diskutieren. Best-Practice-Beispiele aus eurer Arbeit vor Ort sind dabei herzlich willkommen!

Fritz Viertel arbeitet als Referent für Verkehrspolitik bei der Fraktion DIE LINKE im Landtag Brandenburg und ist nebenberuflich als Straßenbahnfahrer tätig. Ehrenamtlich engagiert er sich als Gemeindevertreter in Schöneiche bei Berlin und als Landesvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in Brandenburg.

Frauen in der Kommunalpolitik
mit Cathleen Bürgelt (RLS Brandenburg)

Über 100 Jahre nach der Erkämpfung des aktiven und passiven Wahlrechts haben Frauen in der Politik vieles erreicht. Dennoch sind sie in den Parlamenten auf allen politischen Ebenen nicht paritätisch vertreten - gerade auf kommunaler Ebene fehlt allzu häufig ihre Vertretung und damit auch ihre Perspektive. In dieser Veranstaltung werden zunächst verschiedene Studien zusammenfassend vorgestellt, die sich mit der Repräsentanz von Frauen in der in der Kommunalpolitik beschäftigen, Barrieren analysieren und Anregungen für deren Abbau geben. Im Anschluss sollen vor allem eigene Erfahrungen eine Rolle spielen und der Fokus auf Wege gerichtet werden, insbesondere Frauen ein Engagement auf kommunaler Ebene zu ermöglichen.

Cathleen Bürgelt ist Mitarbeiterin der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V. mit den Schwerpunkten Bildungsarbeit in ländlichen Räumen sowie im historisch-politischen Bereich. Nach dem Studium der Geschichte und Philosophie war sie zwölf Jahre für Landtags- und Bundestagsabgeordnete mit dem Fokus auf Kulturpolitik tätig.

13 bis 14 Uhr

Mittagessen

14 bis 15:30 Uhr
Umgang mit Politikverdrossenheit
mit Heinz Hildebrandt

Die Politik- und Parteienverdrossenheit, oder die Repräsentationskrise, wie die Soziologie das nennt, sind ein ernstes gesellschaftliches Problem. Zum einen verabschieden sich große Teile der Bevölkerung (vor allem mit niedrigem Einkommen) aus der offiziellen Politik, nehmen nicht an Wahlen teil und sind resigniert. Zum anderen treten an die Stelle der traditionellen Parteien zum Teil obskure populistische Kräfte oder sogar die AfD. Neben der Auflösung der die Parteien tragenden gesellschaftlichen Milieus ist es aber der offizielle Politikbetrieb selbst, der eine Mitschuld an dieser Entwicklung trägt. Abgehobenheit und Intransparenz, Filz und Korruption sind Tatsachen, die die Stimmung "gegen die da oben" noch anheizen. So entsteht eine explosive Mischung, die in Krisenzeiten noch unangenehmere Auswirkungen haben könnte.

Heinz Hillebrand hat lange Erfahrungen als Referent der politischen Bildung. Als Vorsitzender der Linksfraktion in Wildau hat er aktuell ein erfolgreiches Bürgerbündnis zur Abwahl der Bürgermeisterin initiiert.

Gerechtigkeit im öffentlichen Raum - Bürgerbeteiligung bei kommunalen Planungen
mit Christiane Heiß

Der öffentliche Raum soll diskriminierungsfrei allen Menschen zur Verfügung stehen. Die Verkehrswende, aber auch die Konflikte zwischen Wohnen, sozialer Infrastruktur und öffentlichen Flächen lösen bei jedem Vorhaben umfangreiche Diskussionen aus. Zielkonflikte zwischen Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Nutzungskonkurrenzen mit ökonomischen Nutzungen prallen in der Kommunalpolitik aufeinander. Genauso wichtig sind die Debatten über die Qualität der öffentlichen Flächen. Diese sind häufig ungepflegt und die gefühlte Sicherheit unzureichend.

Viele Bürgerinnen und Bürger wollen das nicht mehr hinnehmen und fordern über Bürgerbeteiligung eine Umverteilung der Ressourcen.

Wie kann Bürgerbeteiligung zu mehr räumlicher Gerechtigkeit beitragen?

Im Rahmen des Workshops wird gemeinsam erarbeitet, welche Handlungsfelder und Möglichkeiten es gibt. Es werden konkrete Hilfen für Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker bereitgestellt.

Christiane Heiß war bis 2021 für B90/DIE GRÜNEN fünf Jahre Bezirksstadträtin in Tempelhof-Schöneberg (u.a. zuständig für Verkehr, Grün) und ist beim BUND Berlin ehrenamtlich u.a. zu Thema Umweltgerechtigkeit, Planungsprozesse, Beteiligung etc. engagiert.

Aufnahme und Integration von Geflüchteten in der Kommune - Erfahrungen und gute Beispiele
mit Tamara Gericke

Die Aufnahme und Integration von Geflüchteten stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Aktuell erleben wir wieder eine große Welle der Solidarität. Doch Ehrenamt allein wird die Aufgabe nicht bewältigen können. Wir wollen im Workshop über die Handlungsoptionen kommunaler Politik zur Gestaltung guter Aufnahme und Integration sprechen.

Tamara Gericke ist Integrationsbeauftrage in Landkreis Uckermark

Podcast für Kommunalfraktionen (Theorie)
mit David Schneider

Podcasts, zu Beginn auch Audioblogging genannt, waren zunächst privat produzierte Sendungen, ähnlich Radioshows, mit einem bestimmten Thema. Zunehmend werden aber professionell produzierte Podcasts, zu politischen Themen angeboten. So können auch Aktive in der Kommunalpolitik sich eine eigene Plattform schaffen, um ihre Ideen und Inhalte einem breiteren Publikum näher zu bringen. Die Grundlagen dazu werden in diesem Workshop vermittelt: Welche Technik brauche ich? Wie mache ich eine gute Tonaufnahme? Wie führe ich ein Interview? Wie schneide ich eine Audiospur? Wie baue ich einen Beitrag?

David Schneider hat einen eigenen Podcast und bereits mit Kommunalfraktionen an diesem Thema gearbeitet.

15:30 bis 16 Uhr

Pause

16 bis 17:30 Uhr

Kommunalfinanzen in der Dauerkrise
mit Christian Görke, MdB

Viele Kommunen leiden unter chronischer Unterfinanzierung. Dies führt dazu, dass sie die Verhältnisse vor Ort nicht mehr aktiv gestalten können. Ihre Handlungsfähigkeit ist stark eingeschränkt und oftmals wird nur noch der Mangel verwaltet. Doch woran liegt das? Und wie kann dem entgegengewirkt werden?

Als ehemaliger Kommunalabgeordneter, Finanzminister des Landes Brandenburg und in seiner jetzigen Funktion als finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion kennt Christian Görke das Thema Kommunalfinanzen aus vielen Perspektiven und will in seinem Workshop gemeinsam mit euch Antworten finden.

linkskomm: Das Netzwerk für linke Kommunalpolitik
mit Albert Töws

Netzwerken – ein Modewort in aller Munde für eine uralte Praxis. Aber mit zunehmender Reichweite unserer Kommunikation wurden auch ihre Möglichkeiten vielfältiger und komplizierter: Wer dabei gut netzwerken kann, arbeitet effizienter.

2019 wurde das Netzwerk für linke Kommunalpolitik ins Leben gerufen, um Kommunalpolitiker:innen die Arbeit zu erleichtern, um Angebote und Bedarfe in ihrem Arbeitsfeld besser zusammen zu bringen. Mit neuem Namen und Website sind wir weiterhin auf der Suche, wie wir das Netzwerk weiter ausbauen und daraus wirksame Vorteile für unsere Mitglieder gewinnen.

Im Workshop diskutieren wir, ob wir als Kommunalpolitiker:innen bisher gut netzwerken und wie wir als linkskomm dies weiter ausbauen können.

Albert Töws ist derzeit linkskomm-Koordinator, selbst Bezirksvertreter in Köln, arbeitet im Kreistag Rhein-Erft und studiert Philosophie.

Kommunalpolitik ein gefährliches Pflaster
mit Andrea Johlige

Das politische Klima vor Ort ist rau und Kommunalpolitiker*innen sehen sich immer wieder Anfeindungen ausgesetzt. Ob Beleidigungen, Drohungen, Shitstorms oder auch sexuelle Über- und körperliche Angriffe - Aktive in der Kommune mussten das vielerorts schon erleben. Anhand einer Studie aus Brandenburg, bei der alle kommunalen Mandats- und Amtsträger*innen die Möglichkeit hatten, anonym über ihre Erlebnisse zu berichten, wollen wir uns diesem schwierigen Thema zuwenden und uns über eigene Erfahrungen austauschen. Und wir wollen darüber sprechen, wie präventiv vorgebeugt werden kann und welche Hilfe Betroffene benötigen.

Andrea Johlige ist Sprecherin für Kommunalpolitik, Migrations- und Integrationspolitik und antifaschistische Politik sowie stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag Brandenburg. Regional betreut sie das Havelland und Brandenburg an der Havel. 

Podcast für Kommunalfraktionen (Praxis)
mit David Schneider

Podcasts, zu Beginn auch Audioblogging genannt, waren zunächst privat produzierte Sendungen, ähnlich Radioshows, mit einem bestimmten Thema. Zunehmend werden aber professionell produzierte Podcasts, zu politischen Themen angeboten. So können auch Aktive in der Kommunalpolitik sich eine eigene Plattform schaffen, um ihre Ideen und Inhalte einem breiteren Publikum näher zu bringen. Die Grundlagen dazu werden in diesem Workshop vermittelt: Welche Technik brauche ich? Wie mache ich eine gute Tonaufnahme? Wie führe ich ein Interview? Wie schneide ich eine Audiospur? Wie baue ich einen Beitrag?

David Schneider hat einen eigenen Podcast und bereits mit Kommunalfraktionen an diesem Thema gearbeitet.

17:45 bis 18:30 Uhr
Diskussion und Auswertung
im Plenum

18:30 bis 19:30 Uhr
Abendessen

ab 20 Uhr
Kulturprogramm
mit DJ Lutz

Sonntag, 19. Juni

9 Uhr bis Mittag
Exkursionen zu praktischer Kommunalpolitik

Exkursion 1: Zum Entwicklungsprojekt „Olympisches Dorf“ in Elstal

Lange war das Olympische Dorf von 1936 vor allem zur historischen Besichtigung interessant. Jetzt ist es mitten im Berliner Speckgürtel und ein ambitioniertes Quartiersentwicklungsprojekt der Gemeinde Wustermark. Darüber kommen wir bei einem Rundgang mit linken Kommunalpolitiker*innen ins Gespräch. Auf dem Weg nach Elstal halten wir in Ribbeck an und dort gibt's den berühmten Birnenkuchen.

Los geht's 9.15 Uhr vor dem Kulturhaus. Der Bus erreicht gegen 9.50 das Schloss in Ribbeck. Gegen 11.15 Uhr startet die Tour durchs olympische Dorf. Bei Bedarf fährt der Bus von dort zum ICE-Bahnhof "Berlin-Spandau" (Ankunft ggf. 13.15 Uhr) und dann retour nach Rathenow (Ankunft gegen 14.15 Uhr).

Max. 20 Personen

Exkursion 2: Havel-Bootstour zum Thema «Renaturierung»

Fischwirtschaftsmeister Wolfgang Schröder lädt auf seinem Boot zu einer Fahrt auf der Havel ein. Mit von der Partie ist Rocco Buchta, der sich seit 2005 als Projektleiter des NABU-Instituts für Fluss- und Auenökologie für die Renaturierung der Unteren Havel einsetzt und selber mal kommunaler Mandatsträger war.

Bei der Bootstour wird es vor allem darum gehen, was kommunales Handeln für den Schutz, die Nutzung und die Zukunftsgestaltung eines einmaligen Naturraums bedeutet.

Los geht's 9.00 Uhr vor dem Kulturhaus mit Kleinbussen zur Fischerei (30 min.). Von dort aus ca. 3,5 h Rundfahrt mit Imbiß an Bord. Rückkehr nach Rathenow gegen 14.00 Uhr.

Max. 20 Personen

Exkursion 3: Thematischer Stadtrundgang
mit Jens Hubald

Start: 9:15 Uhr Märkischer Platz (am Springbrunnen)

Ende: Optikpark

Streckenlänge: ca. 3,5 km

Beginnend am Märkischen Platz im Herzen Rathenows spazieren die Teilnehmenden von Episode zu Episode durch die Zeitgeschichte Rathenows. Dabei wird immer wieder Bezug zu Wende- und Höhepunkten, aber auch Tiefschlägen für die Stadt und ihre Bewohner und der praktischen Stadtpolitik jener Zeiten genommen.

Jens Hubald ist Stadtplaner und Mitglied von DIE LINKE in Rathenow.

Zwischendrin

Stadtrundgang in Rathenow
mit Genoss*innen vor Ort
am Freitag um 16:45 Uhr

Besuch des Optikmuseums
direkt vor Ort im Kulturzentrum
am Freitag um 16:30 Uhr
und Samstag um 15:45 Uhr