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Interview , : „Kein Israeli würde die Arbeit machen, die wir leisten!“

Der Kampf der migrantischen Pflegekräfte in Israel

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Zuhause in Israel – und doch weder angekommen noch akzeptiert: So erleben viele Menschen ihren Alltag, und das obwohl sie schon vor Jahren hierhergezogen sind. Denn die Schattenseiten des jüdischen Einwanderungslandes kriegen neben Palästinenser*innen vor allem Geflüchtete und Arbeitsmigrant*innen zu spüren, die in Hoffnung auf ein besseres Leben nach Israel kamen – und dafür ihre alte Heimat hinter sich ließen. Oft ohne eine neue zu finden.

In kurzen Videos porträtieren wir Menschen, die von Rassismus und Kriminalisierung betroffen sind – und die sich nicht damit abfinden wollen, aufgrund ihrer Herkunft, Nationalität oder Religion am Rande der Gesellschaft zu stehen. Sie erzählen ihre ganz persönlichen Geschichten; Geschichten aber auch, die über individuelle Erfahrungen hinausreichen: Wer fühlt sich zugehörig, und wem wird der Zugang verwehrt? Und wie wehrt man sich, um sich doch zuhause zu fühlen?

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Details: Zuhause in Israel: Sharon Austria

„Kein Israeli würde die Arbeit machen, die wir leisten“

Videoporträts von Ausgewanderten und Dagebliebenen

Zuhause – und doch nicht daheim: So erleben viele Menschen ihren Alltag in Israel, und das obwohl sie schon seit Jahren oder Jahrzehnten hier wohnen. Denn die Schattenseiten des jüdischen Einwanderungslandes bekommen neben Palästinenser*innen vor allem jene zu spüren, die als Geflüchtete, Vertriebene oder Arbeitsmigrant*innen in Hoffnung auf ein besseres Leben nach Israel kamen – und dafür ihre alte Heimat hinter sich ließen. Oft ohne eine neue zu finden. In kurzen Videos porträtieren wir Menschen, die von Rassismus und Kriminalisierung betroffen sind – und die sich nicht damit abfinden wollen, aufgrund ihrer Herkunft, Nationalität oder Religion am Rande der Gesellschaft zu stehen. Sie erzählen ihre ganz persönlichen Geschichten; Geschichten, die aber auch weit über individuelle Erfahrungen hinausreichen: Wer fühlt sich zugehörig, und wem wird der Zugang verwehrt? Und wie wehrt man sich, um sich doch zuhause zu fühlen?

Für deutsche oder englische Untertitel bitte rechts im Menü auf das Zahnrad klicken und die Sprache auswählen.

Ein Projekt des Rosa-Luxemburg-Büros in Tel Aviv - www.rosalux.co.il

Produktion: Daniel Ziethen
Kamera: Mareike Ya
Dank an Oren Ziv von www.activestills.org für Fotos und Video-Material.
Musik: The Block by Audiobinger is licensed under a Attribution-NonCommercial 4.0 International License. (freemusicarchive.org)

Arbeitsmigration im Pflegebereich in Israel - Faktenblatt

1. Zahlen

Fast 70.000 Pflegekräfte mit Migrationshintergrund arbeiten in Israel und kümmern sich um ältere, pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderungen. Sie kommen hauptsächlich von den Philippinen, aus Thailand, China, Indien, Nepal und Sri Lanka.

Quelle: hotline.org.il/en/migrants-en/%e2%80%8fcountries-of-origin-of-refugees-in-israel

2. Vermittlungsagenturen

Um eine Einreiseerlaubnis nach Israel zu erhalten, müssen bis zu 10.000 US-Dollar an Vermittlungsagenturen gezahlt werden. Die Rückzahlungsverpflichtung dieses Darlehens ist einer der Gründe dafür, dass Arbeitsmigrant*innen in den ersten ein bis zwei Jahren ihrer Tätigkeit in Israel nur selten über Verletzungen ihrer Rechte berichten. Sie befürchten, andernfalls ihren Arbeitsplatz zu verlieren und aus Israel abgeschoben zu werden, während sie noch hohe Schulden haben.

Weitere Informationen:

3. Aufenthaltsrecht in Israel

Die Visa von Arbeitsmigrant*innen in Israel sind per Gesetz an den Arbeitgeber gebunden. Dies führt oft zu Missbrauch, Misshandlung und Nichtzahlung von Arbeitslohn, da dem Arbeitgeber die Kontrolle des Aufenthaltsstaus übertragen wird. Verstöße gegen Arbeitsrecht werden nicht angezeigt, da Arbeiter*innen befürchten, ihren Arbeitsplatz und damit ihre Aufenthaltsberechtigung zu verlieren. Wer seine Arbeitserlaubnis verliert wird sofort zu einem „illegalen Einwanderer“, der inhaftiert und abgeschoben werden kann.

Weitere Informationen: hotline.org.il/en/migrants-en/binding-arrangement

4. Einschränkungen des Familienlebens

„Noch bevor sie schwanger werden, sollen sie abgeschoben werden“, Eli Yishai, ehemaliger Innenminister.

Quelle: hotline.org.il/en/migrants-en/%e2%80%8fchildren-of-migrant-workers-in-israel

Pflegekräfte werden grundlegend in ihrem Recht auf ein Familienleben eingeschränkt. Sie dürfen ihre Kinder nicht mit nach Israel bringen, und wenn sie vor Ort ihr Kind kriegen, müssen diese innerhalb eines bestimmten Zeitraums von 14 Wochen in das Heimatland der Eltern zurückkehren. Die staatlichen Vorschriften verbieten es den Pflegekräften ebenfalls, partnerschaftliche Liebesbeziehungen einzugehen.

Gesetzestext auf Englisch: www.kolzchut.org.il/en/Maternity_Leave_for_a_Foreign_Worker

Weitere Informationen: hotline.org.il/en/migrants-en/%e2%80%8fchildren-of-migrant-workers-in-israel

5. Zugang zur Staatsbürgerschaft in Israel

Den Pflegekräften wird die Möglichkeit verweigert, sich dauerhaft in Israel niederzulassen, selbst wenn sie seit vielen Jahren in Israel im Pflegebereich beschäftigt sind.

Nach Ansicht des Staates Israel ist die Einwanderung von Nicht-Juden eine existentielle „demografische Bedrohung“, die aber im Bereich von Arbeitsmigration, wie z.B. im Pflegebereich, als unvermeidbar hingenommen wird, aufgrund der mangelnden Bereitschaft von Israelis in arbeitsintensiven Berufen zu niedrigen Löhnen zu arbeiten.

Weitere Informationen: hotline.org.il/en/rights-of-migrants-in-israel-en

6. Mindestlohn

Studien vom Adva-Center in Israel ergaben, dass die Löhne von Langzeitpflegekräften in Israel etwa die Hälfte des israelischen Durchschnittslohns betragen, was niedriger ist als in den meisten europäischen Ländern. Damit steht Israel am Ende der Liste der entwickelten Länder.

Ausländische Pflegekräfte verdienen den Mindestlohn, von dem die Arbeitgeber bis zu 25 Prozent für die Erstattung ihrer Lebenshaltungskosten, der Krankenversicherung und anderer Ausgaben einbehalten dürfen. Laut der Haushaltsausgabenerhebung für 2016 arbeiteten ausländische Pflegekräfte durchschnittlich 48,8 Stunden pro Woche und verdienten im Durchschnitt 4.727 NIS monatlich brutto.

Weitere Informationen: adva.org/en/care-deficit/

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