Nachricht | Geschichte - Kommunikation / Öffentlichkeit - Cono Sur - Chile 1973 Exilerinnerungen dokumentieren: Das Rayuela Kollektiv

Widerstand, Vernetzung und Solidarität

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Rayuela Kollektiv,

Gruppenbild des Rayuela Kollektivs. Das Kollektiv ist ein Zusammenschluss von Chilen*innen in Berlin, das Erfahrungen von Exil, Widerstand und migrantischen Organisationen in Deutschland dokumentiert.
Das Rayuela Kollektiv ist ein Zusammenschluss von Chilen*innen in Berlin, das Erfahrungen von Exil, Widerstand und migrantischen Organisationen in Deutschland dokumentiert. Bild: privat/Rayuela Kollektiv

Das Rayuela Kollektiv ist ein Kollektiv von Chilen*innen in Berlin, das im Jahr 2018 mit dem Ziel gegründet wurde, Erfahrungen von Exil, Widerstand und migrantischen Organisationen in Deutschland zu dokumentieren.

Erinnerungsarbeit und Politische Bildung

Unser zentrales Projekt besteht darin, die Erfahrungen des Exils als Folge der zivil-militärischen Diktatur und der politischen Verfolgung festzuhalten und sie in einzelnen biografischen Interviews audiovisuell zu dokumentieren. Aus dem Beschriebenen hat sich das «Archiv der Erinnerungen an das Exil» gebildet. Dieses Archiv konzentriert sich zwar auf die Geschichten der Exilanten, birgt aber auch Geschichten von Deutschen, die sowohl bei den Aktivitäten gegen das Regime als auch in der Solidarität mit den Exilanten eine entscheidende Rolle spielten.

«Ich sagte ihnen, dass wir länger in den Urlaub fahren»

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Am 11. September 1973 wurde nach nur 1.000 Tagen der demokratisch gewählten, sozialistischen Regierung Salvador Allendes in Chile ein jähes Ende bereitet. Das Militär in Chile putschte sich mithilfe politischer und finanzieller Unterstützung aus den USA an die Macht. General Augusto Pinochet unterwarf das Land 17 Jahre lang einer blutigen Diktatur. Regimegegner*innen wurden systematisch unterdrückt, verfolgt und hingerichtet. Viele von ihnen flohen ins Exil. Um die sechstausend Chilen*innen kamen auch in das damals geteilte Deutschland, in die DDR und BRD. In diesem Video des Rayuela Kollektivs erinnern sich Zeitzeug*innen an ihre Flucht und ihre Ankunft im unbekannten Exil.

Allendes Wahlsieg

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Am 4. September 1970 wurde Salvador Allende Gossens zum Präsidenten Chiles gewählt. Sein Wahlsieg war ein Sieg der Unidad Popular, einer Koalition linker Parteien – getragen von einer beispiellosen Kampagne und dem chilenischen Volk, das mit dem Projekt der Unidad Popular einen emanzipatorischen Horizont von Würde und sozialer Gerechtigkeit verband.

Das Berliner Rayuela-Kollektiv hat Erinnerungen an diesen Aufbruch zusammengetragen. Sie sind noch immer bestimmt durch die Hoffnungen, die Freude und auch die Euphorie, die der Wahlsieg der Unidad Popular am 4. September 1970 auslöste.

Webauftritt des Berliner Rayuela-Kollektiv

Das Rayuela-Kollektiv auf Instagram

Weitere Beiträge zu 50 Jahre Militärputsch in Chile findet ihr in unserem Webdossier Demokratischer Sozialismus

«Sie haben die Arbeiter eiskalt hingerichtet»

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«Ich glaube an Chile und sein Schicksal. Es werden andere Chilenen kommen. In diesen düsteren und bitteren Augenblicken, in denen sich der Verrat durchsetzt, sollt ihr wissen, dass sich früher oder später, sehr bald, erneut die breiten Alleen auftun werden, auf denen der würdige Mensch dem Aufbau einer besseren Gesellschaft entgegengeht. Es lebe Chile! Es lebe das Volk! Es leben die Arbeiter!»

Letzte Worte Salvador Allendes, an jenem 11. September 1973, als die Panzer bereits Santiago de Chile erschütterten.

 Nach nur 1.000 Tagen wurde der demokratisch gewählten, sozialistischen Regierung Salvador Allendes in Chile ein jähes Ende bereitet. Das Militär in Chile putschte sich mithilfe politischer und finanzieller Unterstützung aus den USA an die Macht. General Augusto Pinochet unterwarf das Land 17 Jahre lang einer blutigen Diktatur. Regimegegner*innen wurden systematisch unterdrückt, verfolgt und hingerichtet.

In diesem Video des Rayuela-Kollektivs erinnern sich Zeitzeug*innen an diesen Tag.

Neben dem Aufbau des Archivs der Erinnerungen an das Exil hat das Rayuela Kollektiv in den vergangenen Jahren verschiedene andere politische Aktivitäten entwickelt:

Wir informieren über feministische Mobilisierungen in Lateinamerika, hauptsächlich der Bewegung 8M, sowohl in Santiago als auch in Berlin.

Wir führen Lesereihen in spanischer Sprache durch und bringen so die spanischsprachige migrantische Community zusammen.

In Zusammenarbeit mit b-ware Ladenkino hat das Kollektiv einen Zyklus des politischen Kinos aus Chile organisiert, mit Raum zur gemeinsamen Diskussion und Reflexion.

Das Rayuela Kollektiv unterstützt kritische Aktivist*innen in Chile mit Solidaritäts- und Spendenaktionen aus Deutschland.

Der Name des Kollektivs

Der Gabriela Mistral Kulturverein e.V. organisiert jedes Jahr die Rayuela-Meisterschaft in Berlin, eine Veranstaltung, die die chilenische Exilgemeinde und Freunde zusammenbringt, um dieses typische Spiel der Zentralregion Chiles (vgl. Himmel und Hölle in Deutschland) zu spielen. Diese Meisterschaften, bei denen typische Speisen und Volkslieder geteilt werden, sind eine Form des Wiedersehens, bei der unterschiedliche Erfahrungen und Geschichten des Exils in den beiden deutschen Ländern zusammentreffen.

Hier findet ihr uns

Webseite des Rayuela Kollektivs (im Aufbau)

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