Publikation Ungleichheit / Soziale Kämpfe - Deutsche / Europäische Geschichte - Wirtschafts- / Sozialpolitik »Sächsische Längsschnittstudie«

Die Studie des Jugendforschers Prof. Peter Förster begleitet seit 1987 junge Ostdeutsche auf ihrem Weg aus dem Sozialismus in den Kapitalismus. Ergebnisse der 19. Welle.

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April 2006

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Rund 15 Jahre staatliche deutsche Einheit sind ein guter Anlass, um zu fragen: Was ist eigentlich langfristig und grundsätzlich gesehen, über aktuelle Stimmungen und häufig taktisches Wahlverhalten hinaus, seit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik in den Köpfen junger Ostdeutscher, in ihrem politischen Bewusstsein vor sich gegangen?

  • Wie haben sich in dieser Zeit ihre Lebensverhältnisse, ihr Denken und Fühlen verändert?
  • Teilen sie die Auffassung, dass die Ziele der „friedlichen Revolution“ im Herbst ´89 heute verwirklicht sind und die Ostdeutschen damit die Freiheit errungen haben?
  • Sind sie mittlerweile froh, in einem geeinten kapitalistischen Deutschland zu leben oder hätten sie lieber die DDR zurück?
  • Sind sie inzwischen davon überzeugt, dass der Kapitalismus das beste Wirtschaftssystem ist, das die Geschichte bisher hervorgebracht hat?
  • Was halten sie nach dem selbst erlebten Zusammenbruch des Sozialismus noch von sozialistischen Idealen?
  • Waren sie arbeitslos und was hat das bei ihnen bewirkt? Haben sie die Erfahrung gemacht, dass jeder, der Arbeit sucht, auch Arbeit findet?
  • Wie zuversichtlich sehen sie ihre eigene Zukunft und die ihrer Kinder?

Diesen und anderen interessanten Fragen gehen wir in dieser Information mit dem Blick auf junge Leute nach, die 1973 geboren wurden, im Jahr 2005 also 32 Jahre alt sind. Dabei stützen wir uns auf eine besondere Art sozialwissenschaftlicher Untersuchung, die leider nur selten praktiziert wird, aber einen wesentlich genaueren Einblick in latente individuelle Veränderungsprozesse bietet: Eine Längsschnittstudie (Panelstudie) mit einer bisherigen Dauer von 18 Jahren. Wir befragten zwischen 1987 und 2005, also über den Systemwechsel hinweg, nicht 19-mal verschiedene Personen, sondern 19-mal dieselben. Auf diese Weise entstand eine umfangreiche, zusammenhängende Dokumentation über wichtige Etappen des Lebensweges einer identischen Gruppe von jungen Menschen, die in der DDR aufwuchsen, in ihr sozialisiert wurden, und die sich mit 17 Jahren unerwartet in einem ganz anderen Land und einem völlig anderen Gesellschaftssystem wiederfanden. Ein spannenderes Szenarium kann es für eine Längsschnittstudie kaum geben, zumal die Akteure ihre Rollen nicht wie im Drehbuch zum „Großexperiment Deutsche Einheit“ vorgesehen spielen und dessen Fortgang heute völlig offen erscheint...

>>Sächsische Längsschnittstudie, 19. Welle [pdf, 664 kb]