Publikation Geschlechterverhältnisse - Parteien / Wahlanalysen - Feminismus - Feminismus für alle Handbuch zum innerparteilichen Feminismus

Ein Leitfaden der schwedischen Linkspartei

Information

Reihe

Buch/ Broschur

Autorin

Vänsterpartiet,

Erschienen

Mai 2022

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Für eine feministische Organisationskultur Die lange vorbereitete Veröffentlichung dieses Handbuchs fällt nun in eine Zeit, die passender nicht sein könnte. Vorwürfe bezüglich sexualisierter Übergriffe und Gewalt in der Partei DIE LINKE haben gerade eine Debatte ausgelöst, die sowohl in der Partei als auch in anderen linken politischen Organisationen die Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen Strukturen einfordert.

Das hier übersetzte Handbuch der schwedischen Vänsterpartiet (dt. Linkspartei) zum innerparteilichen Feminismus soll eine gerechte Teilhabe von Frauen in der Partei ermöglichen, indem es klare Kommunikations- und Verhaltensregeln aufzeigt.

Sicherlich ist es richtig, dass sich geschlechtsspezifische Gewalt in ihren verschiedenen Formen durch die gesamte Gesellschaft zieht. Das hat zuletzt #metoo im Jahr 2017 deutlich gemacht. Sie ist insofern strukturell, als sie Bestandteil hierarchischer Geschlechterverhältnisse ist, die wiederum grundlegend dafür sind, wie unsere Lebensund Produktionsverhältnisse organisiert sind.

In diesem Sinne sind übergriffige Verhaltensweisen zwar ein sichtbarer Ausdruck von Sexismus, aber nur möglich, weil ihnen zahlreiche subtilere und sehr oft unbewusste, unreflektierte Formen der Abwertung von Frauen vorausgehen und weil sie in unsere gesellschaftliche Organisation eingeschrieben sind. Einzelne Gruppen – und mehr noch Organisationen mit einer gewissen Massenbasis – können sich davon nicht einfach freimachen. Dennoch sollten gerade linke Organisationen mit einem feministischen Anspruch hier einen Schritt vorangehen. Neben Awareness-Strukturen, die in konkreten gewaltvollen Situationen greifen, ist es wichtig, auch der Prävention die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen, um zukünftige Übergriffe zu verhindern.

Dabei geht es um nichts weniger als die Frage, wie politische Organisationen Strukturen und eine Kultur schaffen können, die Frauen und anderen benachteiligten Gruppen eine tatsächlich gleichberechtigte, diskriminierungsfreie Teilhabe ermöglichen, und auf diese Weise demokratischer werden. Der strukturelle Sexismus braucht Antworten auf der strukturellen Ebene.

Diese Debatte wird in vielen Teilen der Welt geführt. Sie stand deshalb auch auf dem Programm der Online-Konferenz «Womxn Unite» im Oktober 2021, bei der sich Frauen aus linken Parteien aus über 40 Ländern über gemeinsame Fragestellungen ausgetauscht haben.

Die verschiedenen regionalen Kontexte und variierenden politischen Herangehensweisen standen sich dabei in den Redebeiträgen der Teilnehmerinnen nicht gegenüber, sondern vervollständigten sich gegenseitig. Deutlich wurde insbesondere, dass das Lernen voneinander ein Baustein des gemeinsamen Vorankommens ist.

Ganz in diesem Sinne ist die Übersetzung dieses Handbuchs der schwedischen Vänsterpartiet (dt. Linkspartei) zu verstehen. Carolina Gustafsson, Vorsitzende der Frauenorganisation der Vänsterpartiet, stellte es bei der Konferenz mit folgenden Worten vor:

«Das nach außen gerichtete politische Wirken einer Partei ist in höchstem Maße abhängig von der politischen Arbeit innerhalb der Partei. Jedes Parteimitglied muss sich dessen bewusst sein und dazu beitragen. Wenn es das Ziel ist, die Gesellschaft geschlechtergerecht zu gestalten, müssen wir in der eigenen Partei beginnen. Um eine gerechte Teilhabe von Frauen in unserer Partei zu ermöglichen, haben wir das Handbuch zum innerparteilichen Feminismus entwickelt, das klare Kommunikations- und Verhaltensregeln aufzeigt.»

Das Handbuch soll Debatten inspirieren, wie die Teilhabe von Frauen in Parteien und anderen Organisationen gestärkt werden kann. Es ist gleichzeitig keine Blaupause. Denn der Prozess der Verständigung und des Bewusstmachens ist selbst ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu jeweils eigenen verbindlichen Leitlinien.

Alex Wischnewski, Leiterin des Programms Globaler Feminismus, Rosa-Luxemburg-Stiftung Mai 2022

Inhalt

Allgemeine Probleme in der Vänsterpartiet

Strukturen sichtbar machen

  • Unsichtbar-Machen
  • Lächerlich-Machen und Zum-Objekt-Machen
  • Zurückhalten von Informationen
  • Doppelte Bestrafung
  • Erzeugen von Schuld- und Schamgefühlen

Bedrohung und Hass

  • Sexualisierte Bedrohung und Hass gegen Frauen
  • Der Zusammenhang zwischen Antifeminismus und Rassismus
  • Folgen für Betroffene

Sexuelle Belästigung

  • Innerparteilicher Feminismus in der Praxis
  • Strategien für einen innerparteilichen Feminismus
  • Die Verantwortung der Führungsgremien
  • Die Verantwortung von Wahlausschüssen
  • Ombudsperson
  • Sitzungen und Debatten
  • Bildungsprogramm
  • Statistische Erfassung
  • Frauen in Führungspositionen
  • Mitgliederwerbung und Mitgliederpflege
  • Räumlichkeiten
  • Feministische Perspektiven auf politische Fragen

Exklusive Räume

  • Gestaltung von Frauentreffen
  • Gestaltung von Männertreffen

Eine gemeinsame Verantwortung

  • Frauen in der Vänsterpartiet
  • Tipps für Frauen
  • Männer in der Vänsterpartiet
  • Tipps für Männer

Fazit