21. Mai 2019 Workshop Burnout ist politisch

Eine gemeinsame Reflektion über Dauerstress im Rahmen sozialpolitischen Engagements

Information

Veranstaltungsort

Peter-Weiss-Haus
Butterblume
Doberaner Str. 21
18182 Rostock

Zeit

21.05.2019, 10:00 - 18:00 Uhr

Themenbereiche

Arbeit / Gewerkschaften, Kapitalismusanalyse, Wirtschafts- / Sozialpolitik, Politische Weiterbildung, Praxisreflektionen

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Sozialpolitische Bildungsarbeit und politisches Engagement verlangen viel Ausdauer. Wahrscheinlich können viele von uns mit Zeiten extremer Anspannung ganz gut umgehen. Doch der Augenblick, wenn Überforderung zum Normalzustand wird ist oft subtil. Statt auf die ersten Alarmglocken zu hören, folgen wir gerne dem Irrglauben „Wenn ich mich noch mehr anstrenge, schaffe ich das schon!“. Die Dinge werden grade irgendwie rechtzeitig erledigt, unsere Gesundheit und die sozialen Kontakte leiden jedoch enorm. Körper und Geist nehmen Stress eine Weile gut hin, irgendwann klappt es aber nicht mehr. Dann fühlen wir uns zusehends kraftloser, können uns schlecht konzentrieren und verlieren schließlich die Fähigkeit, uns zu erholen.

Erlebte Überforderung hat gravierende Folgen auf individueller, wie auch kollektiver Ebene. Wird allerdings auch von Mechanismen beider Ebenen gefördert. Dauerstress bis hin zum Burnout ist ein häufiges und weitläufig akzeptiertes Beiprodukt linken Aktivismus'. Konzepte wie Resilienz, also die Widerstandskraft gegen Stress und Burnout, implizieren meist einen normativen Leistungsanspruch. Die Ursachen werden personalisiert und folgen häufig neoliberalen Argumentationsmustern. Das Anliegen ist jedoch politisch. Es bedarf kritischer Räume, in denen diese Wirkmechanismen hinterfragt und reflektiert werden können. Wir als Teil einer linken Bewegung müssen lernen uns gegenseitig zuzuhören, Toleranz zu üben und uns effektiv zu unterstützen. Das ist ein Weg, der eine Nachhaltigkeit von Widerstandsbewegungen ermöglicht.

Im Rahmen des Workshops werden wir gemeinsam einen transformativen Prozess gestalten, in dem Vorannahmen zum Thema eigener Funktionalität hinterfragt werden. Neben einem kurzen Input zu stresstheoretischen Konzepten wird es Phasen des selbständigen Reflektierens, wie auch gemeinsamen Erarbeitens und Diskutierens geben. Dabei sollen nicht individuelle „Unzulänglichkeiten“ aufgezeigt werden, die dann im Zuge einer Optimierung mittels Selbstmanagement verbessert werden sollen. Es geht darum, Wirkmechanismen zu erkennen und gemeinsam Kritik an den Bedingungen zu üben. Auf dieser Basis werden individuelle und kollektive Bewältigungsstrategien erarbeitet. Mit Praxisbeispielen und eigenen Erfahrungen sind die Teilnehmenden eingeladen, den Workshop interaktiv mit zu gestalten. Die Veränderung und Erweiterung unserer Perspektiven wird uns dabei unterstützen, diesen Prozess in unsere politische Praxis weiter zu tragen. Der Workshop richtet sich an alle die sich für nachhaltige sozialpolitische Entwicklung Interessieren, sowie an Betroffene von Dauerstress und Burnout. Vorkenntnisse sind keine erforderlich.

Seminarleiter*innen: Mariola Thomassen, Stipendiatin im Psychologie MA, Mitglied des Arbeitskreises Burnout und psychische Belastung in politischen Gruppen und Nele Müller, Assistenz, Alumni-Stipendiatin der RLS, Mitglied des AK Burnout und psychische Belastung in politischen Gruppen.

Die Seminare im Rahmen der Bildungswoche sind als Bildungsurlaub anerkannt. Um allen Interessierten die Teilnahme an der Bildungswoche zu ermöglichen, haben wir beschlossen die Beiträge auf eine solidarische Basis zu stellen. Das heisst Ihr entscheidet selber, wieviel Ihr überweisen könnt.

Die Teilnehmer*innenzahl für das Seminar ist begrenzt, daher empfiehlt sich eine frühe Anmeldung. Ausserdem haben wir ein begrenztess Kontingent an günstigen Übernachtungsmöglichkeiten im Peter-Weiss-Haus. Wer darauf zurückgreifen möchte, wird gebeten dies bei der Anmeldung mit anzugeben!

Standort

Kontakt

Team Weiterbildung

Akademie für Politische Bildung

Telefon: (030) 44310-452