Ausnahme&Zustand

Wie prägt die Coronakrise die politischen und sozialen Verhältnisse?
Wöchentlicher Livetalk

Ausnahme&Zustand Staffel 3

Ausnahme&Zustand ist zurück!

Ab dem 9. Februar sprechen wir wieder live mit Expert*innen und Aktivist*innen aus Bewegung, Kultur und Politik.

Jeden Dienstag um 19 Uhr widmen wir uns aktuellen Themen rund um die Covid-19 Pandemie.
Wie hat der seit Monaten andauernde Ausnahmezustand unser Leben verändert?
Wie steht es um linke Bewegungen und Ideen? Schaltet ein, wir freuen uns auf eure Fragen!

Nächste Folge: 13.April 2021, 19 Uhr

Ausnahme&Zustand Staffel 3

Ausgangssperren und Impfdesaster

Mitwirkende

Raul Zelik,

Wir befinden uns mitten in der dritten Welle. Aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen verhängen immer mehr Bundesländer nächtliche Ausgangsbeschränkungen, um die Mobilität der Bürger*innen zu senken. Nachts darf nur mit einem triftigen Grund das Haus verlassen werden. Wieder einmal sollen die Menschen mit Einschränkungen des Privat- und Soziallebens die Pandemie in Schach halten. Gleichzeitig werden die Gewinninteressen der Konzerne geschützt und Millionen Menschen müssen weiterhin zur Hauptverkehrszeit zur Arbeit fahren.

«Das Problem sind nicht die Beschränkungen, sondern wer sie trägt – und wer nicht.» Sagt Raul Zelik.

Mit ihm sprechen wir in unserer letzten Folge der 3. Staffel von «Ausnahme&Zustand» über die deutsche Corona-Politik der letzten Monate.

Die Maschine muss laufen – Corona und die Arbeitswelt

Kurzarbeit, Homeoffice, Arbeitslosigkeit. Der Arbeitsplatz als Gefahrenherd für Ansteckungen mit dem Corona-Virus. Die Arbeitswelt hat sich durch die Pandemie stark verändert. Prekäre und Studierende haben ihre Nebenjobs verloren, Tausende wurden und sind in Kurzarbeit geschickt, die teilweise nicht zum Leben reicht, Familien sollen im Homeoffice produktiv sein und parallel eine Home-Kita schmeißen. Und die Pflegekräfte? Arbeiten an der Belastungsgrenze seit einem Jahr, viele haben sogar ihren Job verlassen!
Die zehn reichsten Männer der Welt hingegen haben ihr Vermögen in der Krise noch steigern können. Was werden die langfristigen Folgen für die Arbeitswelt sein? Was haben die Gewerkschaften unternommen, um Beschäftigte zu schützen? Welche Arbeitskämpfe haben stattgefunden? Wird es neue Ausbeutungsformen geben, denen wir uns stellen müssen?

Das diskutieren wir in Ausnahme&Zustand #27 am 6. April mit der Arbeitssoziologin Prof. Dr. Nicole Mayer-Ahuja von der Universität Göttingen.

Wir sind mehr wert als ein Danke! Farina Kerekes zur Lage der Beschäftigten im Einzelhandel

Farina Kerekes arbeitet seit über zwölf Jahren Jahren im Einzelhandel. Die Arbeitsbedingungen in dieser Branche sind häufig schlecht, die Löhne niedrig. Die Pandemie verschärfte die Lage noch weiter. Vielerorts wird immer noch die Gründung von Betriebsräten verhindert. Dagegen verzeichnen die großen Supermarktketten wie ALDI und LIDL in der Pandemie zusätzliche Milliardengewinne. Farina Kerekes organisierte eine Petition für bessere Arbeitsbedingungen und organisiert Proteste. Ihre Hoffnung ist, dass Menschen im Zeitalter der Pandemie nicht beim Klatschen aufhören, sondern einen «Handelsaufstand» unterstützen. Für mehr Schutz und ein Gehalt, dass zum Leben reicht.

Ausnahme&Zustand mit Farina Kerekes – Dienstag, 30.03.2021 um 19 Uhr

Zur Kritik an #ZeroCovid - Ein Gespräch mit Alex Demirović

Ausnahme&Zustand #24

Dienstag, 16.03.2021 um 19 Uhr

In unserer zweiten Folge zu #ZeroCovid begrüßen wir Alex Demirović. Der Sozialwissenschaftler und Fellow der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat den Aufruf #zerocovid kritisiert. Obwohl er einige Aspekte teilt, kritisiert er die generelle Stoßrichtung des Aufrufs – einen europaweiten Shutdown und #ZeroCovid - als unrealistisch und zu wenig komplex. Eine ausschließlich epidemologische Perspektive auf den Umgang mit der Corona-Pandemie führe in eine autoritäre Richtung. Wir wollen an die lebhafte Diskussion mit Christian Zeller von der Initiative ZeroCovid anknüpfen und die linke Verständigung zu diesen Streitpunkten voranbringen.

Zurück in die 50er? Geschlechterverhältnisse in der Corona-Krise

Ausnahme&Zustand#23

Zurück in die 50er?
Geschlechterverhältnisse in der Corona-Krise
mit Sarah Speck

In der Corona-Krise übernehmen Frauen wegen der Kita-Schließungen und Homeschooling deutlich mehr Sorgearbeit und stecken beruflich zurück. Fälle von häuslicher Gewalt sind gestiegen.
Wirft die Corona-Krise uns in Geschlechterverhältnisse der westdeutschen 1950er zurück?
Schon vor Corona war Sorgearbeit eher den Frauen in heterosexuellen Partnerschaften aufgebürdet.
Unbezahlte Hausarbeit ist etwas, wofür man ein warmes Danke erntet oder ein paar Blumen am Muttertag.
Für schlecht bezahlte und überlastete Pflegekräfte - in der Mehrheit weiblich - wurde vom Balkon applaudiert und der Heldenstatus verliehen - bessere Bezahlung? Fehlanzeige. Was ist wertvolle Arbeit, was nicht? Was ist Arbeit und was wird gar nicht erst als Arbeit betrachtet?
Wie verändert die Krise (gleichberechtigte) Partnerschaften? Und wo können Feministinnen jetzt aktiv eingreifen?


Diese Fragen diskutieren wir mit Prof. Dr. Sarah Speck, Sozialwissenschaftlerin an der Uni Frankfurt.
Sie forscht zu Geschlechterfragen, sozialer Ungleichheit, Paar- und Familiensoziologie.
Mit Cornelia Koppetsch hat sie 2015 das  Buch „Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist.
Geschlechterkonflikte in Krisenzeiten“ veröffentlicht.

Hier könnt ihr während der Sendung eure Fragen stellen:

 

Gewinner und Verlierer der Corona-Krise - Ein Gespräch mit Fabio De Masi

Ausnahme&Zustand #22

Am 2.3. um 19 Uhr Live aus dem Studioe der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Reihenweise Pleiten, Existenzen vor dem Aus: Vor allem die Gastronomie, die Kreativbranche, Teile des Einzelhandels und des Dienstleistungsgewerbes sind von den wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns betroffen. Die Hilfen laufen schleppend an und kommen eher den Großkonzernen als dem Mittelstand oder den Soloselbstständigen zu Gute. Während Lufthansa neun Milliarden Euro bekommen hat, werden Hartz4-Bezieher*innen mit einem einmaligen Zuschuss von 150 Euro abgespeist. Die Absurdität der „Schuldenbremse“ zeigt sich in der ersten Krise. Wie müssten finanzielle Hilfen und Investitionen in die gesellschaftliche Infrastruktur aussehen, damit sie gerecht und wirtschaftlich sinnvoll sind? Wer sind die Profiteure der Corona-Krise und wie kann man sie an der Bewältigung der Krise beteiligen?

Mit Fabio De Masi, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der LINKEN im Bundestag und deren Obmann im Wirecard-Untersuchungsausschuss, wollen wir linke wirtschafts- und finanzpolitische Ansätze diskutieren, die der Krise gewachsen sind. Die ein oder andere Frage zum Wirecard-Skandal und ob er deswegen nun von österreichischen Agenten bespitzelt werden sollte, werden wir uns allerdings auch nicht verkneifen können.

Eure Fragen an Fabio De Masi könnt ihr live während der Sendung hier stellen.

Wir freuen uns auf ein spannendes Gespräch!

Kino, Krise, Pandemie

Ausnahme&Zustand #21 mit Wolfgang M. Schmitt Junior

«Viele Etappen des Kinosterbens liegen bereits hinter uns, aber so schlecht wie jetzt sah es noch nie aus», sagt der Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt.
Während Konzerne wie Disney und Netflix Rekorde an der Börse feiern, befindet sich die Kino-Branche in einer dramatischen Krise. Das Publikum bleibt aus, für Schauspieler*innen und Techniker*innen wird die Prekarität existenzbedrohend. Geplante Produktionen müssen ausfallen oder sind aufgrund von komplexen Hygienekonzepten nicht umsetzbar.

Gemeinsam mit dem Macher des YouTube Kanals «Die Filmanalyse» sprechen wir über die Film- und Fernsehindustrie in Zeiten der Pandemie.
Wir diskutieren über Wege aus der Kino-Krise und darüber, wie das Kino die Pandemie reflektiert und was uns der Film in diesen Zeiten bieten kann.

Ein Jahr nach dem Anschlag von Hanau

Im Gespräch mit Newroz Duman von der Initiative 19. Februar 

Am 19. Februar jährt sich der rassistische Anschlag in Hanau zum ersten Mal. Der antirassistische Aufschrei sowie die Lippenbekenntnisse der Politiker*innen verhallten schnell. Während die Corona-Krise die mediale Öffentlichkeit dominierte, kämpften Betroffene des Attentats gemeinsam mit der Initiative 19. Februar für Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen. Ihre bittere Erkenntnis: «All das was in Bewegung geriet, ist nur durch unsere Initiative gemeinsam in Bewegung gesetzt worden.»

Wir sprechen gemeinsam mit Newroz über Solidaritätsarbeit in Zeiten der Pandemie, Fehler der Sicherheitskräfte, Indifferenz der Staatsanwalt, die Bedingungen des Terrors und den rassisitischen Normalzustand in Deutschland.

Ausnahme&Zustand #20, live am 16. Februar 2021

In Gedenken an Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin.

#ZeroCovid: Notbremse gegen das Virus?

Die Coronainfektionen auf Null senken? Der Kampagne «Zero Covid» gelingt im Januar ein Coup. Auf einmal ist eine linke Initiative in der Coronapolitik hörbar. Innerhalb weniger Tage zeichnen Zehntausende die entsprechende Petition, inzwischen sind es schon über Hunderttausend. Fünf Forderungen bündelt die Kampagne, unter anderem: dass die Reichen durch eine Abgabe für die Krise aufkommen und die Impfstoffe Gemeingut sein sollten. Im Kern steht die Forderung nach einer «solidarischen Pause», dem Herunterfahren der nicht lebensnotwendigen Produktion, um Menschen auch am Arbeitsplatz zu schützen. Endlich eine Perspektive, atmen die Einen auf. Autoritär und unrealistisch, sagen die Anderen.

Mit:

Christian Zeller, Mitinitiator der Kampagne #ZeroCovid und Mitautor des Plädoyers für eine solidarische Alternative «Corona, Krise, Kapital», wollen wir Perspektiven und Kritik an #ZeroCovid diskutieren. Was fehlt uns, um als gesellschaftliche Linke weiter Druck zu machen? Wie könnte eine Organisierung aussehen? Was sind unlösbare, was lösbare Widersprüche? Wie geht es jetzt weiter?

Daphne Weber, Moderation

Zum Weiterlesen:

Verena Kreilinger, Winfried Wolf, Christian Zeller:
Corona, Krise, Kapital
Plädoyer für eine solidarische Alternative in den Zeiten der Pandemie
PapyRossa Verlag, August 2020

Verena Kreilinger, Winfried Wolf und Christian Zeller:
Die Pandemie solidarisch europaweit eindämmen. Zwölf Thesen

Horst Kahrs:
Toxische Radikalität
Strategien in der Pandemie müssen die Linke auch darüber hinaus tragen
Zeitschrfit LuXemburg

Alex Demirović:
Über die Null hinaus denken
Zur Kritik des Aufrufs #Zero Covid
Zeitschrfit LuXemburg

#digitallinks

Smarte neue (Arbeits)Welt zwischen Marketinghype und Emanzipation

Letzte Sendung

Ausnahme&Zustand Staffel 3

Ausgangssperren und Impfdesaster

Mitwirkende

Raul Zelik,

Wir befinden uns mitten in der dritten Welle. Aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen verhängen immer mehr Bundesländer nächtliche Ausgangsbeschränkungen, um die Mobilität der Bürger*innen zu senken. Nachts darf nur mit einem triftigen Grund das Haus verlassen werden. Wieder einmal sollen die Menschen mit Einschränkungen des Privat- und Soziallebens die Pandemie in Schach halten. Gleichzeitig werden die Gewinninteressen der Konzerne geschützt und Millionen Menschen müssen weiterhin zur Hauptverkehrszeit zur Arbeit fahren.

«Das Problem sind nicht die Beschränkungen, sondern wer sie trägt – und wer nicht.» Sagt Raul Zelik.

Mit ihm sprechen wir in unserer letzten Folge der 3. Staffel von «Ausnahme&Zustand» über die deutsche Corona-Politik der letzten Monate.

Die Maschine muss laufen – Corona und die Arbeitswelt

Kurzarbeit, Homeoffice, Arbeitslosigkeit. Der Arbeitsplatz als Gefahrenherd für Ansteckungen mit dem Corona-Virus. Die Arbeitswelt hat sich durch die Pandemie stark verändert. Prekäre und Studierende haben ihre Nebenjobs verloren, Tausende wurden und sind in Kurzarbeit geschickt, die teilweise nicht zum Leben reicht, Familien sollen im Homeoffice produktiv sein und parallel eine Home-Kita schmeißen. Und die Pflegekräfte? Arbeiten an der Belastungsgrenze seit einem Jahr, viele haben sogar ihren Job verlassen!
Die zehn reichsten Männer der Welt hingegen haben ihr Vermögen in der Krise noch steigern können. Was werden die langfristigen Folgen für die Arbeitswelt sein? Was haben die Gewerkschaften unternommen, um Beschäftigte zu schützen? Welche Arbeitskämpfe haben stattgefunden? Wird es neue Ausbeutungsformen geben, denen wir uns stellen müssen?

Das diskutieren wir in Ausnahme&Zustand #27 am 6. April mit der Arbeitssoziologin Prof. Dr. Nicole Mayer-Ahuja von der Universität Göttingen.

Wir sind mehr wert als ein Danke! Farina Kerekes zur Lage der Beschäftigten im Einzelhandel

Farina Kerekes arbeitet seit über zwölf Jahren Jahren im Einzelhandel. Die Arbeitsbedingungen in dieser Branche sind häufig schlecht, die Löhne niedrig. Die Pandemie verschärfte die Lage noch weiter. Vielerorts wird immer noch die Gründung von Betriebsräten verhindert. Dagegen verzeichnen die großen Supermarktketten wie ALDI und LIDL in der Pandemie zusätzliche Milliardengewinne. Farina Kerekes organisierte eine Petition für bessere Arbeitsbedingungen und organisiert Proteste. Ihre Hoffnung ist, dass Menschen im Zeitalter der Pandemie nicht beim Klatschen aufhören, sondern einen «Handelsaufstand» unterstützen. Für mehr Schutz und ein Gehalt, dass zum Leben reicht.

Ausnahme&Zustand mit Farina Kerekes – Dienstag, 30.03.2021 um 19 Uhr

Zur Kritik an #ZeroCovid - Ein Gespräch mit Alex Demirović

Ausnahme&Zustand #24

Dienstag, 16.03.2021 um 19 Uhr

In unserer zweiten Folge zu #ZeroCovid begrüßen wir Alex Demirović. Der Sozialwissenschaftler und Fellow der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat den Aufruf #zerocovid kritisiert. Obwohl er einige Aspekte teilt, kritisiert er die generelle Stoßrichtung des Aufrufs – einen europaweiten Shutdown und #ZeroCovid - als unrealistisch und zu wenig komplex. Eine ausschließlich epidemologische Perspektive auf den Umgang mit der Corona-Pandemie führe in eine autoritäre Richtung. Wir wollen an die lebhafte Diskussion mit Christian Zeller von der Initiative ZeroCovid anknüpfen und die linke Verständigung zu diesen Streitpunkten voranbringen.

Zurück in die 50er? Geschlechterverhältnisse in der Corona-Krise

Ausnahme&Zustand#23

Zurück in die 50er?
Geschlechterverhältnisse in der Corona-Krise
mit Sarah Speck

In der Corona-Krise übernehmen Frauen wegen der Kita-Schließungen und Homeschooling deutlich mehr Sorgearbeit und stecken beruflich zurück. Fälle von häuslicher Gewalt sind gestiegen.
Wirft die Corona-Krise uns in Geschlechterverhältnisse der westdeutschen 1950er zurück?
Schon vor Corona war Sorgearbeit eher den Frauen in heterosexuellen Partnerschaften aufgebürdet.
Unbezahlte Hausarbeit ist etwas, wofür man ein warmes Danke erntet oder ein paar Blumen am Muttertag.
Für schlecht bezahlte und überlastete Pflegekräfte - in der Mehrheit weiblich - wurde vom Balkon applaudiert und der Heldenstatus verliehen - bessere Bezahlung? Fehlanzeige. Was ist wertvolle Arbeit, was nicht? Was ist Arbeit und was wird gar nicht erst als Arbeit betrachtet?
Wie verändert die Krise (gleichberechtigte) Partnerschaften? Und wo können Feministinnen jetzt aktiv eingreifen?


Diese Fragen diskutieren wir mit Prof. Dr. Sarah Speck, Sozialwissenschaftlerin an der Uni Frankfurt.
Sie forscht zu Geschlechterfragen, sozialer Ungleichheit, Paar- und Familiensoziologie.
Mit Cornelia Koppetsch hat sie 2015 das  Buch „Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist.
Geschlechterkonflikte in Krisenzeiten“ veröffentlicht.

Hier könnt ihr während der Sendung eure Fragen stellen:

 

Gewinner und Verlierer der Corona-Krise - Ein Gespräch mit Fabio De Masi

Ausnahme&Zustand #22

Am 2.3. um 19 Uhr Live aus dem Studioe der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Reihenweise Pleiten, Existenzen vor dem Aus: Vor allem die Gastronomie, die Kreativbranche, Teile des Einzelhandels und des Dienstleistungsgewerbes sind von den wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns betroffen. Die Hilfen laufen schleppend an und kommen eher den Großkonzernen als dem Mittelstand oder den Soloselbstständigen zu Gute. Während Lufthansa neun Milliarden Euro bekommen hat, werden Hartz4-Bezieher*innen mit einem einmaligen Zuschuss von 150 Euro abgespeist. Die Absurdität der „Schuldenbremse“ zeigt sich in der ersten Krise. Wie müssten finanzielle Hilfen und Investitionen in die gesellschaftliche Infrastruktur aussehen, damit sie gerecht und wirtschaftlich sinnvoll sind? Wer sind die Profiteure der Corona-Krise und wie kann man sie an der Bewältigung der Krise beteiligen?

Mit Fabio De Masi, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der LINKEN im Bundestag und deren Obmann im Wirecard-Untersuchungsausschuss, wollen wir linke wirtschafts- und finanzpolitische Ansätze diskutieren, die der Krise gewachsen sind. Die ein oder andere Frage zum Wirecard-Skandal und ob er deswegen nun von österreichischen Agenten bespitzelt werden sollte, werden wir uns allerdings auch nicht verkneifen können.

Eure Fragen an Fabio De Masi könnt ihr live während der Sendung hier stellen.

Wir freuen uns auf ein spannendes Gespräch!

Kino, Krise, Pandemie

Ausnahme&Zustand #21 mit Wolfgang M. Schmitt Junior

«Viele Etappen des Kinosterbens liegen bereits hinter uns, aber so schlecht wie jetzt sah es noch nie aus», sagt der Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt.
Während Konzerne wie Disney und Netflix Rekorde an der Börse feiern, befindet sich die Kino-Branche in einer dramatischen Krise. Das Publikum bleibt aus, für Schauspieler*innen und Techniker*innen wird die Prekarität existenzbedrohend. Geplante Produktionen müssen ausfallen oder sind aufgrund von komplexen Hygienekonzepten nicht umsetzbar.

Gemeinsam mit dem Macher des YouTube Kanals «Die Filmanalyse» sprechen wir über die Film- und Fernsehindustrie in Zeiten der Pandemie.
Wir diskutieren über Wege aus der Kino-Krise und darüber, wie das Kino die Pandemie reflektiert und was uns der Film in diesen Zeiten bieten kann.

Ein Jahr nach dem Anschlag von Hanau

Im Gespräch mit Newroz Duman von der Initiative 19. Februar 

Am 19. Februar jährt sich der rassistische Anschlag in Hanau zum ersten Mal. Der antirassistische Aufschrei sowie die Lippenbekenntnisse der Politiker*innen verhallten schnell. Während die Corona-Krise die mediale Öffentlichkeit dominierte, kämpften Betroffene des Attentats gemeinsam mit der Initiative 19. Februar für Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen. Ihre bittere Erkenntnis: «All das was in Bewegung geriet, ist nur durch unsere Initiative gemeinsam in Bewegung gesetzt worden.»

Wir sprechen gemeinsam mit Newroz über Solidaritätsarbeit in Zeiten der Pandemie, Fehler der Sicherheitskräfte, Indifferenz der Staatsanwalt, die Bedingungen des Terrors und den rassisitischen Normalzustand in Deutschland.

Ausnahme&Zustand #20, live am 16. Februar 2021

In Gedenken an Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin.

#ZeroCovid: Notbremse gegen das Virus?

Die Coronainfektionen auf Null senken? Der Kampagne «Zero Covid» gelingt im Januar ein Coup. Auf einmal ist eine linke Initiative in der Coronapolitik hörbar. Innerhalb weniger Tage zeichnen Zehntausende die entsprechende Petition, inzwischen sind es schon über Hunderttausend. Fünf Forderungen bündelt die Kampagne, unter anderem: dass die Reichen durch eine Abgabe für die Krise aufkommen und die Impfstoffe Gemeingut sein sollten. Im Kern steht die Forderung nach einer «solidarischen Pause», dem Herunterfahren der nicht lebensnotwendigen Produktion, um Menschen auch am Arbeitsplatz zu schützen. Endlich eine Perspektive, atmen die Einen auf. Autoritär und unrealistisch, sagen die Anderen.

Mit:

Christian Zeller, Mitinitiator der Kampagne #ZeroCovid und Mitautor des Plädoyers für eine solidarische Alternative «Corona, Krise, Kapital», wollen wir Perspektiven und Kritik an #ZeroCovid diskutieren. Was fehlt uns, um als gesellschaftliche Linke weiter Druck zu machen? Wie könnte eine Organisierung aussehen? Was sind unlösbare, was lösbare Widersprüche? Wie geht es jetzt weiter?

Daphne Weber, Moderation

Zum Weiterlesen:

Verena Kreilinger, Winfried Wolf, Christian Zeller:
Corona, Krise, Kapital
Plädoyer für eine solidarische Alternative in den Zeiten der Pandemie
PapyRossa Verlag, August 2020

Verena Kreilinger, Winfried Wolf und Christian Zeller:
Die Pandemie solidarisch europaweit eindämmen. Zwölf Thesen

Horst Kahrs:
Toxische Radikalität
Strategien in der Pandemie müssen die Linke auch darüber hinaus tragen
Zeitschrfit LuXemburg

Alex Demirović:
Über die Null hinaus denken
Zur Kritik des Aufrufs #Zero Covid
Zeitschrfit LuXemburg

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