13. September 2018 Tagung/Konferenz über:morgen

Was ist in Zeiten der globalen Rechtsverschiebung das linke Versprechen einer besseren Zukunft? Wie sieht ein «Sozialismus 2.0» aus und wie können wir ihn gewinnen?

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Zeit

13.09.2018, 20:00 - 15.09.2018, 22:30 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, Gesellschaftliche Alternativen, Staat / Demokratie

Zugeordnete Dateien

über:morgen

Diese Fragen stehen im Zentrum der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisierten dreitägigen Zukunftstagung. Sie bringt Theorie und Debatte, Praxis und Kultur zusammen und diskutiert konkrete Projekte linker Politik: Vom Pflegeaufstand bis zu den Willkommensstädten, von Neuer Klassenpolitik und linkem Feminismus bis zum Infrastruktursozialismus.

Mit Diane Abbott, Jan van Aken, Dietmar Bartsch, Klaus Dörre, Volker Lösch, Bernd Riexinger, Ulrich Schneider, Gregor Gysi, Claus-Peter Reisch, Hilary Wainwright, Katja Kipping und vielen mehr.

Programm:

Donnerstag, 13. September 2018

15.15 bis 16.15 Uhr

 

Seminarraum 1
Crashkurs: Klasse und verbindende Klassenpolitik

Viele Jahre kaum beachtet sind «Klassen» und «Klassenpolitik» als Kategorien mit Wucht in den öffentlichen Diskurs zurückgekehrt. Zugleich dominieren weiterhin eher einfache Bilder einer männlich geprägten Industriearbeiterklasse. Doch die Klasse ist in permanenter Veränderung, immer schon. Wer steht heute für sie: der Kohlekumpel in der Lausitz, der von Digitalisierung bedrohte Industriearbeiter, der DHL-Bote am Ende einer informalisierten Logistikkette, der prekär Beschäftigte urbane Kreativarbeiter, oder doch die Krankenschwester in den modernen Krankenhauskonzernen? Alte Milieus sind in Auflösung, neue entstehen, scheinbar aber fragmentierter, pluraler, weiblicher, migrantischer und prekär. Und nicht zuletzt spielen sich zahlreiche Klassenkämpfe nicht nur in der Produktion, sondern auch im Bereich der Produktion ab, um soziale Infrastrukturen, Pflege und Sorgearbeit, geschlechtliche Arbeitsteilung, Wohnen, lebenswerte Umwelten und Stadträume etc. Die Einzelnen haben vielfältige Interessen. Entsprechend vielfältiger werden auch die Kämpfe. Die Klassenzusammensetzung verändert sich auch durch transnationale Produktionsstrukturen und neue Produktivkräfte, jüngstes Stichwort: die Digitalisierung. Eine neue Klassenanalyse ist nötig. Und wie lassen sich die verschiedenen Teile der Klasse verbinden - ohne falsche Gegensätze von Identitätspolitik versus soziale Frage? Solidarität ist kompliziert zu machen, aber drängender denn je!

Mit Mario Candeias, Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

Seminarraum 2
Crashkurs: #Heisszeit und Klimagerechtigkeit

Nicht nur Hitzesommer und nasse Winter, sondern Armut, Vertreibung und die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Millionen Menschen sind Folgen des immer deutlicher spürbaren Klimawandels. Verursacht wird er maßgeblich durch unsere Produktions- und Lebensweise, wobei die härtesten Konsequenzen dieses Modells bislang vor allem jene tragen müssen, die am wenigsten dazu beitragen. In diesem Crashkurs wollen wir darüber sprechen, was genau es mit den Veränderungen des Weltklimas auf sich hat, worin ihre Ursachen liegen und welche Lösungsmöglichkeiten bestehen. Warum gelingt es bisher nicht, das Steuer endlich herumzureißen und das offenkundig Notwendige zu tun, um eine weitere Aufheizung der Erde zu verhindern - und was haben naturwissenschaftliche Fakten eigentlich mit Gerechtigkeit und linker Politik zu tun? Ausgehend von mitgebrachten Fragen und Erfahrungen soll es auch darum gehen, wo und wie jede und jeder aktiv werden kann.

Mit Steffen Kühne, Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

Seminarraum 3
Crashkurs: Was ist Utopie?

Die Geschichte der Utopien reicht in die Antike zurück. Nach den Prinzipien von Gerechtigkeit und eines guten Lebens wurden seitdem immer wieder Modelle einer alternativen Gesellschaft entworfen. Der aufkommende Kapitalismus provozierte eine neue Welle, vor allem Thomas Morus' Werk «Utopia». Mit dem ausgehenden 18. Jahrhundert wurden Utopien praktisch und Teil sozialer Bewegungen und Initiativen. Es ging um die konkrete Erprobung neuer Möglichkeiten des Lebens und Entscheidens. Die heutige Vielfachkrise fordert neue «Reale Utopien» (Erik Olin Wright).

Mit Michael Brie, Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

16.30 bis 17.30 Uhr

Seminarraum 1
Crashkurs: Der NSU-Komplex und die Saboteure der Aufklärung

Mit den Plädoyers der Nebenklage schlug ab Oktober 2017 im NSU-Prozess noch einmal die Stunde der Wahrheit: Mit brillanten und aufeinander abgestimmten Schlussvorträgen fächerten die Vertreter der Betroffenen des NSU-Terrors noch einmal den ganzen Skandal auf, den der «NSU-Komplex» darstellt und zu dessen Aufarbeitung und Aufklärung der Prozess auch nach 440 Verhandlungstagen und über fünf Jahren Laufzeit nicht eben viel beigetragen hat. Gesellschaftliche und politische Konsequenzen spielen im Alltag vor Gericht und in den zahlreichen Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen so gut wie keine Rolle. Hinter dem Agieren des terroristischen NSU und seines wohl Hunderte Personen umfassenden Unterstützer*innen-Netzwerks öffnete sich das Panorama des wohl größten Geheimdienstskandals der Geschichte der BRD und eines unvorstellbaren behördlichen Rassismus in den Ermittlungen. Gegen die Familien und das soziale Umfeld der Opfer der NSU-Verbrechen selbst wurde über Jahre mit kruden Vorwürfen und rassistischen Anschuldigungen ermittelt. Seit dem Auffliegen des NSU am 4.11.2011 artikuliert sich nur verhalten und langsam ein Aufschrei, der all das nicht mehr zu akzeptieren bereit ist und eine öffentliche Diskussion der Skandale erzwingen will, des behördlichen und gesellschaftlichen Rassismus und der enormen Gefahren für das Gemeinwesen, die von den unkontrollierten und unkontrollierbaren (Inlands-)Geheimdiensten ausgehen. Mit dem Crash Kurs zum NSU Komplex wollen wir einen Raum ermöglichen, in dem Fragen rund um den Prozess gestellt werden können.

Mit Fritz Burschel, Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

Seminarraum 2
Crashkurs: Feminismus von links?!

Womens marches, Frauenstreiks, #metoo, internationale 8. März-Aktionen, die Bewegung «Ni una menos» gegen Frauenmorde und viele mehr: Feministische Proteste sind weltweit die einzige Bewegung, die einen sichtbaren Gegenpol zu Rechtsradikalismus und Neoliberalismus bildet. Sozial heterogen, plural und thematisch vielfältig hat der Feminismus das Potential, «das Ganze» des Herrschaftsknotens anzugehen. Um aber echte Alternativen zu rechten Angebot formulieren zu könen, müssen die Krisenerfahrungen und Sorgen der Vielen aufgenommen werden. Es gilt Politiken zu entwickeln, die die Lösung drängender Problemen nicht auf Kosten der Schwächsten versprechen, und nicht durch ein vermeintliches Zurück zu «natürlichen» Lebensmodellen, wie es die Rechte in rassistischer und anti-feministischer Hetze tut. Wo liegen gemeinsame Anliegen? Dazu müssen auch die feministischen Praxen der letzten Jahrzehnte auf den Prüfstand. Sie haben sich von den Lebensrealitäten vieler Menschen entfernt, sind teils zu Elitenprojekten geworden. Feminismus wird selten auch als eine Frage sozialer Gerechtigkeit gestellt. Umgekehrt gehören Feminismus und migrantische Perspektiven ins Zentrum eines linken Projekts, sie können nicht länger als «Gedöns» verhandelt werden. Wie ein solcher inklusiver Feminismus aussehen kann, wer seine Akteur*innen sein könnten und wie dieses Denken und Handeln wieder gesellschaftlich wirkmächtig wird, wollen wir mit euch in diesem Crahkurs diskutieren.

Mit Barbara Fried, Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

Seminarraum 3
Crashkurs: Warum sind alle verrückt nach Marx?

Am 5. Mai 2018 wäre Karl Marx 200 Jahre alt geworden. Das Jubiläum hat extrem viel Aufmerksamkeit bekommen: große Ausstellungen in Marx‘ Geburtsstadt Trier, Beilagen in vielen Tageszeitungen, zahlreiche neue Biographien und Bücher, verschiedene Konferenzen und Veranstaltungen weltweit - sogar ein Kinofilm wurde über Marx gedreht. Das ist erstaunlich. Warum gibt es so viel - auch positive - Öffentlichkeit für einen Mann, der das herrschende Wirtschaftssystem so grundlegend kritisiert hat? Was ist dran an dem Lob und an der Kritik, die Marx derzeit zu Teil wird? Und was wissen wir wirklich über sein Hauptwerk «Das Kapital»? Diese und andere bzw. eure Fragen wollen wir im Crashkurs Marx gemeinsam diskutieren.

Mit Antonella Muzzupappa, Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

21 Uhr, Innenhof

Das Gesundheitstribunal. Wir klagen an!

Der Theaterregisseur Volker Lösch stellt das Gesundheitssystem vor Gericht. Bessere Leistung für weniger Geld haben die Reformen der letzten dreißig Jahre versprochen. Betriebswirtschaftliche Kriterien sollten Einzug ins Gesundheitssystem halten, Krankenhäuser so effizient und gewinnbringend wirtschaften wie Unternehmen. Und jetzt? Häufen sich die Indizien, dass sich die medizinische Versorgung weder verbessert noch verbilligt hat. In einem fiktiven Tribunal werden beide Seiten angehört. Am Ende entscheidet das Publikum: Weiter auf dem Weg des unternehmerischen Krankenhauses oder radikal umsteuern.

Der Eintritt ist kostenfrei.

Freitag, 14. September 2018, vormittags

10 bis 12.30 Uhr

 

Seminarraum 1
«Nur die Reichen können sich einen armen Staat leisten»: Wie Gemeingut weggekürzt wird und was wir dagegen tun können

Bei Austeritätspolitik denken viele an Griechenland, vielleicht noch an Großbritannien – aber selten an die Situation in Deutschland. Dabei werden auch hier öffentliches Eigentum und Dienstleistungen weggekürzt oder (teil)privatisiert. Das wirkt sich unmittelbar auf das Leben aus, insbesondere für alle, die den Wegfall nicht einfach kompensieren können indem sie mehr Geld für private Angebote ausgeben. In der Wissenschaft wird diese Entwicklung unter dem Stichwort Urban Austerity schon länger diskutiert. Wir wollen eine Bestandsaufnahme wagen und darüber ins Gespräch kommen, was wir dagegen tun können.

Mit Felix Wiegand, Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt am Main und aktiv in der Interventionistischen Linken, Martin Goeke, Ratsfraktion Linke Liste Oberhausen und Susanne Hennig-Wellsow, Landesvorsitzende DIE LINKE in Thüringen.

 

Seminarraum 2
Quer durch Europa: Sozialismus an einem Ort?

Beispiele linker Politik vor Ort in Deutschland und Europa

Politik in der Kommune hat an Bedeutung zurück gewonnen. Mit den Bewegungen für ein Recht auf Stadt, der Solidarität mit Geflüchteten, mit der Wiederaneignung von Wasser und Energieunternehmen sind erfolgreiche Initiativen und breite Mobilisierung gelungen, europaweit z.B. in Spanien, Kroatien bis nach Deutschland. Kräfteverhältnisse sind nur zu verändern, wenn Menschen sich engagieren und es eine Basis der Organisierung im Alltag der Einzelnen gibt - in den Nachbarschaften, am Arbeitsplatz, in den Kommunen. Umgekehrt haben zahlreiche lokale und stadtpolitische Bewegungen auch den Schritt zur Arbeit in den Gremien gewagt oder arbeiten nun enger mit linken Politiker*innen in den Institutionen zusammen.

Mit Laura Roth, Koordinatorin des Bürgerplattformkomitees von Barcelona en Comú (Spanien), Ana Vračar, Aktivistin der Organisation für Arbeiterinitiative und Demokratisierung (OWID), Zagreb je naš (Kroatien) Tobias Bank, Parteivorstand DIE LINKE.

Zum Teil auf Englisch mit Übersetzung.

 

Seminarraum 3
Klassenkämpfe im digitalen Kapitalismus. Die Plattform als neue Fabrik?

Die Digitalisierung macht alles neu. Oder doch nicht? Was hätte uns Marx heute dazu zu sagen und worin genau liegen die Probleme? Christian Fuchs, Professor an der University of Westminster und Autor von "Marx lesen im Informationszeitalter", fragt, was neu ist im Plattformkapitalismus, ob die Arbeit verschwindet und wie Ausbeutung funktioniert. Praktische Antworten auf die Frage, wie Klassenkampf in digitalen Produktionsverhältnissen organisiert werden kann, sucht Laura Schimmel, Gewerkschaftssekretärin bei der NGG. Gemeinsam wollen wir Erfahrungen austauschen und weiterentwickeln - für konkrete Aktivitäten, Unterstützung, Interventionen.

Mit Laura Schimmel, Gewerkschaftssekretärin bei der NGG, Christian Fuchs, Professor für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Westminster in London, Orry Mittenmayer Betriebsrat von Deliveroo Köln, Sarah Jochmann ehemalige Kurierin bei Deliveroo Köln und NGG-Vertrauensmensch, David Paulussen, Kurier bei Lieferando Köln und NGG-Vertrauensmensch, Ingo Kurier bei foodora.

 

Seminarraum 4
Anders als du denkst: nd.Die Woche.

Die neue Wochenzeitung. Anschließende Führung durch die Redaktionsräume.

Mit: Eva Roth, Chefredaktion, und Velten Schäfer, Politikredakteur

 

Seminarraum 7
Solidarische Städte: Schutz vor Abschiebungen und das Recht auf Bleiben

Die Debatte um Geflüchtete in der EU und einigen Mitgliedstaaten - und Bayern - wird von Abschottung und Abschiebungen bestimmt. Können Städte  sichere Orte sein - Orte der Solidarität? Zuletzt hat die Berliner Initiative zur Aufnahme von Geflüchteten von dem Seenotrettungsschiff „Lifeline“ gezeigt, dass Städte ein Ort der Zuflucht sein können. Auf europäischer Ebene werden Netzwerke solidarischer Städte gebildet. Vor diesem Hintergrund wollen wir diskutieren: Welche Handlungsmöglichkeiten gegen Abschiebungen gibt es auf kommunaler und regionaler Ebene? Wie schaffen wir sichere Räume? Wie treten wir dem Rechtsruck und der Entmenschlichung im Umgang mit Geflüchteten entgegen?

Mit Hassan Numan, Komitee der Geflüchteten, Solidarity City Osnabrück, Janika Kuge, Geographin Freiburg, Mario Neumann, Welcome United, Anne Helm, MdA, Sprecherin der Linksfraktion Berlin für Strategien gegen Rechts.

Zum Teil auf Englisch mit Übersetzung.

 

Freitag, 14. September 2018, nachmittags

12.30 bis 13.30 Uhr

 

Salon
Mittagstalk

Dagmar Enkelmann diskutiert mit Gregor Gysi und Claus-Peter Reisch (Kapitän der Rettungsschiffs «Lifeline») gewohnt geistreich und originell über aktuelle Politik, Seenotrettung sowie über Herausforderungen und Chancen der Linken.

 

13 bis 16 Uhr

 

Pop-Up-Standorte FMP1
Reflexive Zeitmaschinen

Aktive, transformative Zukunftsgestaltung braucht scharfe Analyse und treffsicheres Handeln der Akteur*innen gleichermaßen. Damit Handeln jedoch überhaupt möglich wird, müssen auch Mut und Herz mitspielen. Um eine ganzheitliche Betrachtung der auf die Zukunft ausgerichteten Wünsche, Utopien und Motivationen zu ermöglichen, werden während der ÜBER:MORGEN an verschiedenen Standorten Reflexionsorte angeboten, um sich mit den Gedanken und Gefühlen politischen Zukunftshandelns auseinander zu setzen und Ideen für das eigene Handeln zu entwickeln.

 

14 bis 16 Uhr

 

Münzenbergsaal 1
Demokratie neu beleben

Die Welt scheint aus den Fugen. Das politische System der liberalen Demokratie steht vor einer Krise. Einerseits sind rechte Brandstifter erfolgreich bei Wahlen, indem sie den demokratischen Konsens in Frage stellen und Hass sowie Ängste schüren. Andererseits stehen die Volksparteien vor einer schweren Krise, weil ihre gewohnte Wählerbasis wegbricht. Viele Menschen haben das Vertrauen in das politische System verloren. Zu wenige fühlen sich derzeit ausreichend repräsentiert. Gleichzeitig stehen sozialdemokratische und linke Parteien vor der Herausforderung, für die Menschen eine glaubwürdige Alternative bieten zu können, die für ihre Lebenswelten reale Verbesserungen ermöglicht. Gemeinsam wollen wir darüber diskutieren, wie wir Demokratie bewahren und gleichzeitig einen Schritt weiter und eine bessere Gesellschaft der Vielen erstreiten können - in Deutschland und europaweit.

Mit Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Bundestag, Florian Weis, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Rosa-Luxemburg-Stiftung und Jon Lansman, People's Momentum.

Auf Englisch mit Übersetzung.

 

Seminarraum 1
Urban-Speed-Dating: Die Stadt gehört uns!

Beim «Urban Speed-Dating» bieten Expert*innen einzeln oder im Team an Tischen  jeweils eine dreiviertel Stunde «Beratung» zu ihren Themen an: Sie stellen ihr Projekt vor, bieten Raum zum Diskutieren und Vernetzen, entwickeln Vorschläge und Strategien mit den Beteiligten aus Bewegungen, Politik, Kultur und Gesellschaft.

Alle Interessierten können zweimal an einem Gespräch / einer Diskussionsrunde teilnehmen.

Mit Andrej Holm, Stadtsoziologe, Roman Grabolle, Wagenrat Leipzig e.V., Susanna Raab, Wohnscouting – Wohnraumsuchbegleitung für Geflüchtete, Aktive aus der Gropiusstadt, Angelika Noß und Werner Druskat, Forum Junge Genossenschaften, Aktive von «Deutsche Wohnen enteignen», Katalin Gennburg, MdA Linksfraktion Berlin, Caren Lay, MdB DIE LINKE und Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik, Felix Wiegand, Mietentscheid Frankfurt/Main, Initiative BIZIM Kiez Berlin, Ilker Egilmez, Bilgisaray Berlin und Aktive aus Modellprojekten für linke Organisierung Berlin und Hamburg.

 

Seminarraum 2
Konzepte Wirtschaftsdemokratie hier & jetzt

Es wird wieder über Demokratie in der Wirtschaft diskutiert. Das ist gut so und drängend. Denn mit dem neoliberalen Kapitalismus geht die Enteignung der Arbeitenden, die Klimakrise und die Aushöhlung der Demokratie einher. Die Aktionäre interessiert nur die Vermehrung ihres Vermögens, nicht die Interessen und Gesundheit der Beschäftigten oder die ökologischen Folgen der Produktion. Wie kann angesichts der Globalisierung, der Digitalisierung und der Dienstleistungsarbeit eine erneuerte Perspektive der Demokratisierung der Wirtschaft aussehen? Derzeit ist das Thema Wirtschaftsdemokratie noch nicht weit oben auf der Agenda der Gewerkschaften. Es gibt aber durchaus Ansatzpunkte in Kämpfen und sozialen Bewegungen der letzten Jahre, in denen die Demokratiefrage aufscheint. Wie können Einstiege in eine radikale Demokratisierung der Wirtschaft von Gewerkschaften, Bewegungen und linken Parteien gemeinsam vorangebracht werden?

Mit Alex Demirović (Apl. Prof. an der Goethe-Universität, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Rosa-Luxemburg-Stiftung), Hilary Wainwright (Redakteurin und Herausgeberin der Zeitschrift Red Pepper, GB), Pascal Zwicky (Sozialdemokratische Partei, Schweiz).

Zum Teil auf Englisch mit Übersetzung.

 

Seminarraum 3
Bedürfnisgerecht und demokratisch: Linke Alternativen für Pflege und Gesundheit

Ökonomisierung und Sparpolitik haben das Gesundheits- und Pflegesystem in die Krise geführt: Beschäftigte, Patient*innen und Angehörige leiden unter den Folgen von Kostendruck und Zeitstress. Gute Versorgung ist ein Menschenrecht. Es braucht einen Kurswechsel zu einem solidarisch finanzierten und bedarfsgerechten System, das gute Bedingungen für alle schafft: Doch welche politischen Veränderungen sind dafür notwendig? Wie sehen Alternativen aus? Was sind die Ansprüche der Beschäftigten und der Patient*innen und zu Pflegenden an die Arbeits- und Versorgungsqualität, aber auch die demokratische Gestaltung des Gesundheitssystems?

Mit Dr. Cornelia Heintze, Politikwissenschaftlerin und Meike Jäger, Ver.di Fachbereich Gesundheit und Soziales Berlin.

 

Seminarraum 7
Konkret vor Ort: Kampf gegen Lohnraub und Diskriminierung

Ausländische Beschäftigte sind oft vielfältigen Formen der Diskriminierung ausgesetzt: Ausstehende Löhne werden nicht gezahlt, für miserable Unterkünfte werden übertriebene Mieten verlangt, im Alltag begegnet ihnen Rassismus. Je größer die Spaltungen innerhalb der arbeitenden Klasse, desto gefestigter die Macht der Besitzenden. Welche Erfahrungen machen die Betroffenen, wie können wir Widerstand gegen Lohnraub und Diskriminierung  unterstützen? Wie kommen wir zu gemeinsam geführten Kämpfen für besser Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Menschen? Wie lassen sich die Spaltungen überwinden? 

Mit Peter Birke, Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen.

 

Salon
Gemeinsam Zukunft gibt es nur, wenn Reichtum umverteilt wird

Der Überfluss des Geldes in der Hand weniger, ist eine Schranke für die Entwicklung des Reichtums der Gesellschaft. Noch nie waren Vermögen und Einkommen so ungleich verteilt, global, aber auch innerhalb der Gesellschaften, nicht zuletzt bei uns. Dennoch erregt diese «Überakkumulation» in der Hand des 1 Prozents kaum Empörung, taugt kaum zur Mobilisierung. Wie kommt das? Welche Zukunft hat ein solcher Kapitalismus, der zugleich die Erde und die Arbeit untergräbt? Und welche Strategien und Kampagnen vermögen das zu ändern?

Mit David McNally (Institut für Geschichte an der University of Houston), Cedric Wermuth (Co-Präsident der Sozialdemokratischen Partei Aargau), Ellen Ehmke (Oxfam).
Moderation: Rainer Rilling, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Zum Teil auf Englisch mit Übersetzung.

 

17 bis 19 Uhr

 

Münzenbergsaal 1
Menschenwürde und Sozialstaat – Jenseits von Sanktionen und Zumutbarkeitszwang

Armut, Unsicherheit und Entmündigung prägen den Alltag von immer mehr Menschen. In einem Land mit wachsendem Bruttoinlandsprodukt sichern sozialstaatliche Leistungen gerade so das Leben ab – Würde und gesellschaftliche Teilhabe werden zum Luxus. Dieses Modell hat keine Zukunft. Deshalb wollen wir über Alternativen und notwendige Schritte sprechen, die ein würdevolles Leben und gesellschaftliche Teilhabe für alle garantieren.

Mit Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Inge Hannemann, DIE LINKE, Micha B., BASTA! Erwerbsloseninitiative Berlin.



Seminarraum 1
Zukunft ist friedlich: Waffenexporte verbieten, Rüstungsindustrie umbauen

Exportweltmeister! Nicht ganz, aber die deutsche Bundesregierung lässt zu, dass Waffenkonzerne weiterhin wachsende Mengen von Rüstungsgütern in alle Welt exportieren, auch in Krisengebiete - nicht zuletzt Kleinwaffen, die die meisten der Toten in bewaffneten Konflikten zur Folge haben. Heckler & Koch verdient besonders gut daran: Der Konzern soll u.a. mehrere tausend G36-Sturmgewehre in mexikanische Bundesstaaten geliefert haben, für die es keine Exportgenehmigung gab. Seit 15. Mai steht der Konzern nun in Stuttgart vor Gericht. Waffenexporte müssen beendet, die Rüstungsindustrie umbaut werden. Aber wie geht das? Was können wir aus historischen Erfahrungen lernen? Wie setzen wir neu an?

Mit:
Jan van Aken hat als Abgeordneter der LINKEN im Bundestag lange und immer wieder auf das Problem der Rüstungsexporte hingewiesen. Nun begleitet er für die Rosa-Luxemburg-Stiftung den Prozess gegen Heckler & Koch.
Hilary Wainwright ist Redakteurin und Herausgeberin der Zeitschrift Red Pepper in Großbritannien und hat u.a. ein Buch über die Versuche zur Konversion bei Lucas Aerospace in den 1970er Jahren publiziert, den sogenannten Lucas-Plan, den Beschäftigte und Gewerkschaften in einem partizipativen Prozess entwickelt hatten.
Heidi Scharf, Landesvorsitzende der LINKEN in Baden-Württemberg, war lange Jahre Erste Bevollmächtigte der IG Metall-Verwaltungsstelle Schwäbisch Hall und in ihrer Arbeit unmittelbar mit der Frage gewerkschaftlicher Alternativen in der Rüstungsindustrie konfrontiert.
Moderation: Rainer Rilling (angefragt)

Zum Teil auf Englisch mit Übersetzung.

 

Seminarraum 2
Mehr Zeit zum Leben! Von der Utopie zur politischen Initiative für Arbeitszeitverkürzung

Der Dauerstress in der Arbeitswelt macht immer mehr Menschen krank. Millionen Beschäftigte wünschen sich Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Die Zeit ist längst reif für eine gerechte Verteilung der Arbeit.
Eine neue Initiative um Arbeitszeitverkürzung braucht eine gemeinsame Vision, die alle mitnimmt, egal ob sie im Blaumann oder im Krankenhauskittel, mit Wischmopp oder Laptop arbeiten: Arbeitszeiten zwischen 28 und 35 Stunden/Woche – mit Löhnen, die für ein gutes Leben reichen. Arbeitszeitverkürzung muss mit dem Kampf für höhere Löhne und für mehr Personal statt mehr Überstunden verbunden werden.
Wir wollen gemeinsam mit Bündnispartner*innen aus Gewerkschaften, Attac, Wissenschaft und sozialen Bewegungen darüber diskutieren, wie eine neue Initiative für Arbeitszeitverkürzung konkret auf den Weg gebracht werden kann.

Mit Richard Detje, WissenTransfer, Hamburg, Lia Becker, DIE LINKE und Mit-Autorin des Konzeptes für ein Neues Normalarbeitsverhältnis.
Es wird keine längeren Inputs geben, dafür einen Vorschlag für die Diskussion, der bei lia.becker@die-linke.de ab August erhältlich ist.

 

Salon
Weiblich, migrantisch, selbstbestimmt: Neue Streikformen und Akteure.

Das Bild vieler Streiks in Deutschland hat sich in den letzten Jahren verändert, neue Formen des Konfliktes kommen zum Einsatz und neue Akteure betreten die Bühne. Insbesondere Frauen und Migrantinnen spielen eine zunehmend wichtige Rolle und bringen ihre Erfahrungen und Ansichten ein. In dieser „Werkstatt“ wollen wir neue Streikformen analysieren und ihre Akteurinnen zu Wort kommen lassen: Welche neuen Konfliktformen sind entstanden, welche haben sich bewährt? Wie ist die Tendenz zur Feminisierung und Migrantisierung von Streiks einzuschätzen? Wie funktioniert linke Streiksolidarität?

Mit Ingrid Artus, Institut für Soziologie an der Universität Erlangen, Grit Wolf, Gesamtpersonalrat Charité, und Gökay Akbulut , MdB, DIE LINKE und Julia Holzkamp, Pflegestreikaktivistin Saarland.

 

20 bis 21 Uhr

 

Salon
Performance: Collagen zum kommunistischen Begehren

Ein Abend zum Unterhalten, für den Text-, Video- und Musikschnipsel zu einer Collage zusammengefügt werden.
Vier Bilder lassen wir hier sprechen durch Performen, Lesen und Singen(lassen): Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben; Hoffnung entsteht durch Revolte; Absurd ist, was ist, und nicht zu glauben, dass es anders sein könnte und schließlich: wo ist die Utopie?

Gastgeber*innen dieser außergewöhnlichen Collage sind Janis Walter, linksjugend [‘solid],  Katharina Vitt, Rosa Luxemburg Stiftung,  Ann-Katrin Lebuhn, Koordinatorin Jugendbildung bei der rls, und Fabian Blunck, DIE LINKE Sachsen.

 

Samstag, 15. September 2018, vormittags

10 bis 12.30 Uhr

 

Malsaal
Podiumsdiskussion: Arbeit, die zum Leben passt

Linke Alternativen zu Niedriglohn und Dauerstress

Die Digitalisierung führt nicht zum Ende der Arbeit, sondern droht die Entwicklungen hin zu Niedriglöhnen, prekärer Arbeit, Dauerstress und ständiger Erreichbarkeit zu verstärken. Aber Millionen Menschen in Deutschland wünschen sich bessere Löhne und sichere Arbeitsplätze, mit denen sich eine Zukunft aufbauen lässt. Sie wünschen sich weniger Stress und Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Wie können diese Ansprüche verwirklicht werden? Wie kann in einer vielfach gespaltenen Arbeitswelt eine neue Solidarität zwischen Pflegekittel und Blaumann, Laptop und Wischmopp entstehen? Wie können Gewerkschaften, soziale Bewegungen und linke Parteien gemeinsam Druck machen für eine sozial gerechte und selbstbestimmtere Zukunft der Arbeit?

Mit Bernd Riexinger, Parteivorsitzender der LINKEN, und Prof. Nicole Mayer Ahuja, Direktorin des Arbeitsforschungsinstitutes SoFi Göttingen, Hilde Mattheis, MdB SPD.
Moderation: Ulrike Eifler

 

Münzenbergsaal 1
New Kids im historischen Block — wie die am stärksten von Neoliberalismus Betroffenen Politik, Strategie und Organisierung übernehmen

Wer von uns weiß, wie sich ein Leben in der Niedriglohnhölle anfühlt? Kein Geld für den Urlaub, für das Schulessen oder für den öffentlichen Nahverkehr …
Jon Liss plädiert dafür, dass diejenigen, die zu diesen Fragen viel erzählen können, die Führung in sozialen Bewegungen übernehmen. Dieser strategischen Überzeugung folgend hat er neue Working-Class Organizations in den USA aufgebaut, in denen die Erfahrungen von armen und arbeitslosen Arbeiter*innen Triebfeder von sozialen Kämpfen sind. Sie können aufgrund ihrer Verankerung Forderungen entwickeln, die den Status Quo grundsätzlich infrage stellen und gleichzeitig den Leuten aus dem Herzen sprechen.

Entstanden ist mit dem Transformativen Organizing ein vielfältiger Organisierungsansatz, der die eigene Basis systematisch erweitert und dazu ermächtigt, ihre Klasseninteressen in direkten Auseinandersetzungen durchzusetzen und darüber hinaus in sozialen Bewegungen strategische Verantwortung (leadership) zu übernehmen. Auf diesem Podium machen wir also das ganz große Fass auf: Strategiefrage. Organisationsfrage. Sozialismus oder Barbarei.

Mit: Jon Liss, Aktivist/ Mitbegründer der New Virginia Majority, Steve Williams, LeftRoots (US-weiter Zusammenschluss von Organizer*innen) USA, und Robert Maruschke, Politikwissenschaftler, Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN

 

Seminarraum 1
Digitallinks: Eine linke digitale Agenda

Digitalisierung ist Verheißungen und Drohung zugleich. Das Wissen über konkrete Entwicklungen, Möglichkeiten und Gefahren ist gering und ideologisch hoch umkämpft. Es geht um unzählige intelligente Anwendungen, vom selbstfahrenden Auto und der perfekt abgestimmten Smart City über die drohende technologische Arbeitslosigkeit durch Kollege Roboter und die verschärfte Ausbeutung neuer Arbeitsmarktplattformen wie Uber oder Deliveroo, bis hin zum Überwachungskapitalismus der großen Datenhändler. Wem gehören unsere Daten, wie organisieren und wie regulieren wir die neuen Technologien, damit Digitalisierung zum Motor der Emanzipation werden kann? Kurz: was wäre #digitallinks?

Mit Katja Kipping, Parteivorsitzende DIE LINKE, Nina Scholz, Journalistin, Katina Schubert MdA, Linksfraktion Berlin und Konstanze Kurz, Informatikerin und Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC), angefragt.

 

Seminarraum 2
Werkstatt: Wie Kampagnen Füße bekommen

Die gesellschaftlichen Verhältnisse spitzen sich zu, die Ungerechtigkeiten des Alltags sind kaum noch zu ertragen: Hohe Mieten, geringer Löhne, Schikanen auf dem Amt. Die Unzufriedenheit wächst bei vielen, immer mehr Leute treten in DIE LINKE ein, um etwas zu tun. Aber wie schaffen wir aus der individuellen Sehnsucht nach Veränderung einen gemeinsamen Aufstand zu organisieren?

Winnie Wong und Jon Lansman haben jeweils einen solchen Aufstand organisiert und geben uns in dem Workshop Einblicke, wie innerhalb von wenigen Wochen aus einer Bewegung von zwei Handvoll von Leuten eine Bewegung von Tausenden werden kann.

Mit Winnie Wong, Gründerin der Kampagne «The People for Bernie Sanders», Jon Lansman, Gründer von «People's Momentum» UK, und Susanne Lang, DIE LINKE.

Zum Teil auf Englisch mit Übersetzung.

 

Seminarraum 3
Kreativ-Werkstatt «Jenseits von Diesel und Elektroauto»

Umsteuern in der Verkehrspolitik ist überfällig. Das geht, wenn die Menschen überzeugt sind, das es besser wird und mitmachen: Als Produzenten, als Konsumenten, als soziale Wesen mit spezifischen Wünschen, Träumen, Zielen und Möglichkeiten. Das betrifft unmittelbar die Art und Weise der Produktion wie das Produkt selbst – es geht also um eine doppelte Transformation.
Wir wollen uns in dem Workshop mit Widersprüchen und widersprüchlichen Interessen beschäftigen, mit visionärer Politik und machbaren Strategien in einer Kreativ-Phase und schließlich Beteiligungs- und Umsetzungsmöglichkeiten linker Politik im Allgemeinen unserer Ideen im Besonderen.

Mit den Mitgliedern des Verkehrsausschusses im Bundestag Ingrid Remmers, MdB DIE LINKE und Sabine Leidig, MdB DIE LINKE,  Bernhard Knierim, Blogger und Autor von «Ohne Auto leben» und Stephan Krull, Gesprächskreis Zukunft Auto, Umwelt und Verkehr der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

Seminarraum 7
ÖPNV zum Nulltarif

Die Kräfte für den verkehrspolitischen Umstieg formieren sich. Um zugleich zu einer solidarischen Erneuerung des Öffentlichen beitragen zu können, muss konzeptionell und politisch-praktisch intensiv gearbeitet werden. Das gilt insbesondere für die Vernetzung der Aktiven und die Entwicklung einer bündnispolitischen Plattform der emanzipativ-solidarischen Kräfte. DIE LINKE kann dabei wesentlich helfen, wenn sie von den Erfahrungen anderer linker Parteien in Europa und der Welt lernt.

Mit Harald Wolf, MdA Linksfraktion Berlin, Matthias Bärwolff, Vorsitzender der Linksfraktion im Erfurter Stadtrat, und Sabine Leidig, MdB DIE LINKE.

Dieses Labor bringt verschiedene friedenspolitische Aktive und Akteure zusammen. Wir wollen uns austauschen über die Möglichkeit der Vernetzung und prüfen, ob gemeinsame Aktionstage oder Aktionsschwerunkte vereinbart werden können. Die Aufrüstungspläne von NATO, EU und der Bundesregierung zeigen: eine starke Bewegung für Frieden, gegen Aufrüstung und Waffenexporte wird dringend gebraucht. Was können wir dazu beitragen? Vertreter*innen von verschiedenen friedenspolitischen Initiativen und Organisationen werden hier ihre Vorschläge diskutieren. Das Labor ist zum Austausch, zur Vernetzung und gemeinsamen Planung gedacht.

 

Salon
Kultur gegen rechten Kulturkampf

Die Rechten machen mobil. Sie setzen auf den alltäglichen Erfahrungen mit dem neoliberalen Kapitalismus auf - Angst vor Abstieg, Angst vor Konkurrenz, das Gefühl, nicht zu bekommen was einem zusteht und nicht zu leisten, was erwartet wird. Angst und Hetze dringt in die Poren von Alltag und Kultur. Von rechts wird ein «Kulturkampf» ausgerufen gegen Aufklärung, Menschenrechte und die Errungenschaften der progressiven Bewegungen. Wie halten wir dagegen? Welche Rolle spielt Kultur und Kunst? Wie nimmt sie die Zumutungen der schlechten Gegenwart auf und wird Teil der Gegenwehr?

Es diskutieren:

  • Volker Lösch, Theaterregisseur, arbeitet in seinen Inszenierungen häufig mit Profis des jeweiligen Schauspielensembles und mit Vertreter*innen von unterschiedlichen sozialen Gruppen, bspw. brachte er die Erfahrungen mit Hartz-IV als Dresdner Weber-Inszenierung  auf die Bühne
  • Falk Richter, Theaterregisseur, inszenierte die Zumutungen des neoliberalen Kapitalismus und tauchte mit "Fear" in die Welt der rechten Protagonisten ein und erhielt Morddrohungen aus der rechten Ecke.
  • Idil Baydar ist Schauspielerin und Comedian und besonders bekannt für ihre Figur Jilet Ayşe, die die Erzählung der Mehrheitsgesellschaft über die Migrantin aufführt und lautstark das Grundgesetz für sich reklamiert.

Moderation: Michel Brandt, MdB DIE LINKE und Schauspieler

 

Samstag, 15. September 2018, nachmittags

12.30 bis 13.30 Uhr

 

Salon
David McNally: Lesung aus und zu «Monstern des Kapitalismus»

Marx beschreibt das Kapital als tote Arbeit, die sich «vampirmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit». Das ist der Normalzustand. Doch die gegenwärtig herrschende neoliberale Form des Kapitalismus ist gescheitert, freilich wir werden sie nicht los. Als Wiedergänger sucht sie uns heim, als Zombie-Kapitalismus. Es ist die Zeit der Monster, heißt es bei Gramsci mit Blick auf kapitalistische Krisen. David McNally fügt dem eine weitere Seite hinzu: Er entdeckt in der Erzählung der Untoten auch das Bild des rebellierenden Monsters, eine hässliche Schönheit, wenn Zombies wirklich ihre Menschlichkeit, ihre Träume und ihre Persönlichkeit gemeinsam wieder aneignen und die Welt erneuern.
Originaltitel: «Monsters of the Market»

Auf Englisch ohne Übersetzung.

 

13 bis 17 Uhr

 

Pop-Up-Standorte FMP1
Reflexive Zeitmaschinen

ÜBER:MORGEN eröffnet den Teilnehmenden ein vielfältiges Angebot an Lerninhalten und Möglichkeiten zum politischen Austausch. Die «reflexiven Zeitmaschinen» bieten Orte der Ruhe und Reflexion inmitten dieses Geschehens. Sie sind eine Einladung an alle die Lust haben, Ideen, Anregungen und Handlungsansätze zu reflektieren und in eine geschärfte Zukunftsausrichtung zu integrieren. Die Pop-Up-Stationen sind am Freitag und Samstag der Veranstaltung zu finden und warten auf interessierte Besucher*innen.


14 bis 16.30 Uhr

 

Malsaal
Die Zukunft liegt jenseits von Wachstum und Export. Klima, imperiale Lebensweise und Gegenwehr

Um das gute Leben für alle zu verwirklichen ohne die natürlichen Grundlagen des Wohlstands nach und nach zu verfeuern, braucht es linke Antworten auf die Frage, wie künftig Wirtschaft und Gesellschaft grundsätzlich neu organisiert werden können. Der Kapitalismus und das deutsche Exportmodell haben den Zwang zu fortwährendem Wachstum und damit einen ständig steigenden Ressourcenverbrauch zur Grundlage und erklären ihn zur Voraussetzung allen Fortschritts. Höher, schneller, weiter waren und sind jedoch auch feste Bestandteile der meisten linken Utopien. Ist ein sozial-ökologischer Umbau der Verhältnisse ohne sie denkbar? Wie sollten Produktion, Konsum und Zeitpolitiken transformiert werden – und wo fangen wir am besten damit an.

Mit Birgit Mahnkopf, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Axel Troost, Senior Fellow für Wirtschaftspolitik, Institut für Gesellschaftsanalyse bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung und stellvertretender Parteivorsitzender, und Nina Treu, Konzeptwerk Neue Ökonomie.

 

Münzenbergsaal 1
Gemeinsam für eine friedliche Zukunft. Gegen Aufrüstung und Krieg.

Die Bundesregierung plant den Rüstungshaushalt zu verdoppeln. Sie wirbt für eine «eigenständige» Militär- und Aufrüstungsstrategie der Europäischen Union. Seit vielen Jahren werden dringend notwendige Investitionen in Brücken und Verkehrswege zurückgehalten, aber jetzt soll ein Plan für «military mobility» aufgelegt werden: Straßen und Brücken werden «panzerfest» gemacht.
Wir laden alle ein, die aktiv gegen Aufrüstung und Mlitarisierung werden wollen: Lasst uns klären, gegen welche Gegner, zu welchen Anlässen, an welchen Orten und mit was für einer Vision für eine friedliche Welt wir lauter und aktiv werden.

Mit Christine Buchholz (MdB DIE LINKE und Mitglied des Parteivorstandes), Willi van Ooyen (aktiv im Friedensratschlag), Tobias Pflüger (MdB DIE LINKE und stellvertretender Parteivorsitzender), Lucas Wirl (IALANA) und weiteren Aktiven.
Moderation: Ingar Solty (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

 

Seminarraum 1
Demokratie statt autoritären Kapitalismus

Damit alles bleibt wie es ist, wird die Gesellschaft autoritär umgebaut: Die sozialen Grundlagen der Demokratie werden ausgehöhlt. Das Gewebe des gesellschaftlichen Zusammenhalts wird dünner. In Bereichen wie Kontrolle von Umweltschutzauflagen, Mindestlohn, Steuerhinterziehung ist der Staat «schlank» - bis ausgehungert. Politik wird zunehmend Sicherheitspolitik: Verschärfung von Polizeigesetzen und Überwachung. Wenn es um rechte Gewalt geht, zeigt sich, wie tief verstrickt die Sicherheitsapparate sind: Vom NSU über PEGIDA/AfD bis zu den Ereignissen in Chemnitz. Die Demokratie ist unter Druck. Was tun für die Verteidigung einer solidarischen und demokratischen Lebensweise? Wie kämpfen wir für eine Demokratie, die kollektive Selbstbestimmung ist?

Mit Niema Movassat, MdB DIE LINKE und Mitglied im Rechtsausschuss, Imke Dierßen, Lobbycontrol (angefragt), Alex Demirović, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

Seminarraum 2
Neue Energie für linke Politik von Ort

Linke Forderungen nach einer Energiewende von unten stehen im Mittelpunkt: erneuerbare Energiequellen, dezentrale Organisation und demokratische Kontrolle. Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es für eine Umsetzung auf lokaler Ebene? Unter welchen Bedingungen gelingt die Energiewende von unten? Welche Strategien brauchen Akteure vor Ort, um linke Alternativen ins Gespräch zu bringen und voranzutreiben? Der Workshop richtet sich an linke Kommualpolitiker*innen und lokal Aktive. Auf Grundlage mitgebrachter Fragen und Erfahrungen soll ein Raum für den Austausch von Wissen und praktischen Beispielen entstehen.

 

Seminarraum 3
Crashkurs: Transformatives Organizing

In der Veranstaltung «New Folks on the Historic Bloc» am Vormittag haben wir die Strategiefrage und die Organisationsfrage miteinander verknüpft. Die Feststellung, dass arme und arbeitslose Arbeiter*innen in sozialen Bewegungen strategische Verantwortung übernehmen und dabei gleichzeitig konkrete Kämpfe möglichst gewinnen sollen, wirft die berechtigte Frage nach dem wie auf.

Die Organizer Steve Williams und Jon Liss führen in die Praxis des Transformativen Organizings ein. Wir werden zentrale Aspekte besprechen und dabei stets praktische Fragen im Blick behalten. Wir bauen keine Luftschlösser, sondern erarbeiten Anknüpfungspunkte für die eigene politische Arbeit.
Gleichzeitig brauchen wir uns nicht zu verstecken: Transformatives Organizing kann einen entscheidenden Beitrag für soziale Bewegungen auf dem Weg zum Sozialismus leisten. Wie genau das gehen kann und wie die nötigen Zwischenschritte aussehen können, all diese Fragen werden wir bearbeiten.

Dieser Workshop dauert 6 Stunden.

Mit Jon Liss, Aktivist/Mitbegründer der New Virginia Majority, Steve Williams, Organizer aus San Francisco und Robert Maruschke, Politikwissenschaftler.

Auf Englisch mit Übersetzung.

 

Seminarraum 7
Kämpfe um gute Arbeit an den Hochschulen

Prekäre Arbeitsbedingungen greifen auch an den Hochschulen in Europa immer weiter um sich, insbesondere im Mittelbau dominieren befristete und oft schlecht bezahlte Jobs. Es regt sich zunehmend  Widerstand gegen diese Entwicklungen: In Großbritannien kam es im Frühjahr zu Dozentenstreiks, in Spanien protestiert die „Marea Verde“ gegen Dauerbefristungen im Bildungswesen und in Berlin erlebten wir in der ersten Jahreshälfte eine Streikbewegung der studentischen Beschäftigten für einen neuen Tarifvertrag. In dem Workshop wollen wir diese Momente des Widerstandes in den Blick nehmen und mit einander ins Gespräch kommen.

Mit Jasper Stange,  Stipendiat der rls, Peter Ullrich, Soziologe und Kulturwissenschaftler,  Mark Bergfeld, Aktivist bei den Studentenstreiks UK,  Julia Kaiser, Aktivistin Barcelona/Leipzig

 

Salon
Vielgestaltige Arbeiter*innenklasse

Solidarität der Vielen statt Herrschaft der Wenigen (Buchvorstellung).
Die Pflegekraft, den Amazon-Beschäftigten, die Postbotin  und den Foodora-Kurier, die Taxifahrerin, den Bauarbeiter und die solo-selbständige Grafikdesignerin eint, dass sie  prekär, oft unter Stress arbeiten und am Ende mit ihrem Lohn kaum über die Runden kommen. Aber: Wie finden sie zu gemeinsamem Handeln? Wie kann ein «Wir» der vielgestaltigen Arbeiter*innenklasse mit ihren unterschiedlichen Gesichtern und Erfahrungen entstehen?

Buchvorstellung: «For the many, not the few – verbindende Klassenpolitik»

Mit Bernd Riexinger, Parteivorsitzender DIE LINKE und Autor, und Volker Lösch, Theaterregisseur.

 

17 Uhr

 

Salon
SDS TV geht ans Netz!

Endlich: SDS TV geht in das World Wide Web! Wir versorgen euch ab sofort mit Videos – ob Aktions-, Erklärbär- oder Mobivideo: Ganz egal, bei uns wirst du fündig. Auf der Tagung ÜBER:MORGEN werden wir unseren Youtube-Kanal zum ersten Mal präsentieren. Seid live dabei!
Unsere Videos entstehen allein aus dem Antrieb und Willen unserer Aktivist*innen. Auch du kannst dich jederzeit im SDS Media-Team einbringen. Wir freuen uns auf dich.

Programm:

  • 50 Jahre Hetze – Bild bleibt tödlich (Berlin)
  • Bild bleibt tödlich (Düsseldorf)
  • Gegen das Polizeigesetz in NRW (Düsseldorf)
  • #fitgegenG20 (Hildesheim)
  • Exklusiv-Preview: Kongress-Mobivideo

Über Medienstrategien, Entstehungsgeschichten der Videos und Anekdoten reden Peter Stolz (DieLinke.SDS Berlin), Roberto del Aurel (DieLinke.SDS Freiburg) und Daphne Weber (DieLinke.SDS Hildesheim).

 

17.30 bis 20 Uhr

 

Malsaal
Strategien gegen  Rechts

Was tut die Linke gegen den Rechtsruck?

Das Parlament ist bei der letzten Wahl nach rechts gerückt, rechte Positionen dominieren die öffentliche Debatte, die AfD liegt in einigen Kommunen bei 30 Prozent und will sich in den Betrieben verankern. Was kann die Linke dem entgegensetzen? Wir machen einige Felder auf und diskutieren Gründe für den Aufstieg der Rechten und die Herausforderungen, die daraus für die Linke folgen: Im Parlament, in den Medien, in den Gewerkschaften und in den Stadtteilen.

Mit Martina Renner, MdB DIE LINKE; Nora Berneis, Bündnis #UNTEILBAR; Chaja Boebel, Bildungsreferentin beim IG Metall Bildungszentrum am Pichelsee (Berlin)
Moderation: Prof. Dr. Christoph Kopke, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin/Campus Lichtenberg

 

Münzenbergsaal 1
Alle oder Keiner: Umrisse einer solidarischen Einwanderungsgesellschaft

In der herrschenden Debatte um Migration werden Migrantinnen und Migranten als Problem thematisiert, von den Rechten als Bedrohung und Konkurrenz für die «Einheimischen». Aber: «Wenn die Rechten und Neoliberalen uns gegeneinander ausspielen wollen, wenn sie nach unten treten, wenn Schuldige gesucht werden, statt sich nach oben zu wenden, dann sagen wir: Alle oder keiner!» (Bernd Riexinger)
Wie kann, wie muss eine solidarische Einwanderungsgesellschaft aussehen? Worin zeigen sich bereits heute Momente einer solidarischen Einwanderungsgesellschaft? Wie können diese gestärkt und abgesichert werden? Und was hat das mit linker Politik zu tun? Wie kommen wir von der falschen Frage nach Integration zu der entscheidenden Frage nach gleichen Rechten? Wie wird «Integration» von einer Anforderung oder Zumutung an Migrant*innen eine integrierte Gesellschaft?

Mit Manuela Bojadzijev, Migrationsforscherin an der Universität Lüneburg und Bernd Kasparek, Migrationsforscher und Aktivist mit Schwerpunkt auf der Untersuchung von Grenzregimen. Beide formulieren Anforderungen an eine solidarische Einwanderungsgesellschaft. In der nächsten Runde werden verschiedene Zugänge zu linker Migrationspolitik eingebracht: Von Ali Al Dailami, stellv. Parteivorsitzender DIE LINKE, Jules El-Khatib, stellv. Landesvorsitzender DIE LINKE NRW und Lena Kreck, Mitautorin der Konzeption zu einer linken Flüchtlings- und Einwanderungsgesetzgebung.

 

Seminarraum  1
Wem gehört Berlin - und wem zahle ich eigentlich Miete?

Berlin gilt als interessantester Markt für Immobilieninvestments in Europa und weist den höchsten Wohnungsanteil börsennotierter Wohnungsunternehmen in Deutschland aus. Die Wohnungsnachfrage ist hoch, der Zuzug reißt nicht ab, die Mieten steigen rasant. Das Projekt «Wem zahl ich eigentlich Miete» will die Eigentümerstrukturen am Beispiel im Berliner Immobilienmarkt offenlegen. Thematisiert werden die Probleme aus der zunehmenden Finanzialisierung von Wohneigentum. Betroffene Mieter*innen, Aktivist*innen, Mandatsträger*innen sollen im Umgang mit profitorientierten Vermietern und Investoren unterstützt, begleitet und beraten werden.

Mit Adrian Garcia-Landa, Journalist und Medienaktivist, und Christoph Trautvetter, Netzwerk Steuergerechtigkeit.
Dauer: 3 Stunden

 

Seminarraum 2
Kämpfe um Wasser

Städte und Regionen in ganz Europa wehren sich seit Jahren gegen die Privatisierung der Wasser- und Abwasserversorgung und rekommunalisieren die Versorgung an vielen Orten erfolgreich. In Berlin konnte bspw. der Berliner Wassertisch mit einem erfolgreichen Volksbegehren schon Ende 2013 durchsetzen, dass die Wasserversorgung wieder in öffentlicher Hand ist. An anderen Orten in Europa kämpfen aktuell Einwohner*innen und Initiativen um eine Wasserversorgung in öffentlicher Hand, so etwa die Initiative L'Aigua és Vida in Barcelona oder die seit 2014 aktive irische Kampagne gegen Wasserprivatisierung right2water. Denn den Kämpfen von unten für ein Menschenrecht auf Wasser stehen weiterhin Privatisierungspläne gegenüber, sei es in Irland und Griechenland im Rahmen der von der EU verordneten Austeritätspolitik, oder auch im EU-Beitrittskandidat Serbien, wo Public-Private-Partnerships in der Wasserversorgung geplant werden und zugleich hunderttausende Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Im Workshop wollen wir die vielfältigen Kämpfe in Europa gegen Wasserprivatisierung und für ein Menschenrecht auf Wasser vorstellen und gemeinsame Herausforderungen und Perspektiven diskutieren. So ist das Recht auf Wasser zwar Teil der europäischen Säule sozialer Rechte – ein Erfolg der ersten europäischen Bürgerinitiative für Wasser als öffentliches Gut. Aber bis zu einem praktisch wirksamen Grundrecht auf Wasser ist es noch ein langer Weg.

Mit Míriam Planas, L'Aigua és Vida Barcelona, Brendan Ogle, right2water Ireland und Vladimir Simović, Center for Politics of Emancipation (CPE) Serbien.

Auf Englisch mit Übersetzung.

 

Seminarraum 7
Gespräch über Populismus und Organisierung

Kann es einen linken, fortschrittlichen Populismus geben? Einen popularen Sozialismus, der von unten ermächtigt, der internationalistisch und feministisch ist und für die radikale Demokratisierung dieser Gesellschaft kämpft? Thomas E. Goes diskutiert die Möglichkeit eines «Sozialismus der einfachen Leute», der unterschiedlichen Bewegungen der Befreiung eine gemeinsame Richtung zu geben sucht. Im Mittelpunkt muss stehen: Vor Ort Gegenmacht zu organisieren, um Laboratorien der Hoffnung und ein Hinterland der Solidarität zu schaffen. Populistische Verdichtungen können dabei eine  Rolle spielen, um eine breite populare Bewegung aufzubauen und die neoliberalen Eliten und die radikale Rechte zu schlagen.

Mit Thomas E. Goes, Autor von «Ein unanständiges Angebot? Mit linkem Populismus gegen Eliten und Rechte».

 

Salon
50 Jahre 68: Was bleibt vom Aufbruch? Ein Blick auf Befreiung, neoliberale Integration und den Kampf gegen Rollback

Wir sind die Erb*innen von 1968: Aber was macht dieses Erbe aus? Der funkelnde Raum des Politischen, die  Kultur des Aufbegehrens, der Internationalismus. Das sind heute noch wesentliche Bestandteile unserer kollektiven Erinnerung. Sie prägen unseren Aktivismus  und unsere Strategien. Doch ein Blick zurück muss auch die Fehler jener Zeit reflektieren und unser Erbe in der Gegenwart historisch einordnen.

Mit Jutta Meyer-Siebert,  Diplompsychologin, Emily Laquer, Interventionistische Linke und Rhonda Koch, Geschäftsführerin des Studierendenverbands LINKE.SDS.

 

20.30 Uhr

Innenhof
Das Gesundheitstribunal. Wir klagen an!

Der Theaterregisseur Volker Lösch stellt das Gesundheitssystem vor Gericht. Bessere Leistung für weniger Geld haben die Reformen der letzten dreißig Jahre versprochen. Betriebswirtschaftliche Kriterien sollten Einzug ins Gesundheitssystem halten, Krankenhäuser so effizient und gewinnbringend wirtschaften wie Unternehmen. Und jetzt? Häufen sich die Indizien, dass sich die medizinische Versorgung weder verbessert noch verbilligt hat. In einem fiktiven Tribunal werden beide Seiten angehört. Am Ende entscheidet das Publikum: Weiter auf dem Weg des unternehmerischen Krankenhauses oder radikal umsteuern.

Der Eintritt ist kostenfrei.

 

21.30 Uhr

Salon
Filmvorführung: IUVENTA

In Anwesenheit von Aktivist*innen von Jugend Rettet e.V.
Eine Gruppe junger engagierter Menschen gründet im Herbst 2015 in Berlin die Initiative «Jugend Rettet» . Über eine Crowdfunding-Kampagne kaufen sie einen umgebauten Fischkutter und taufen ihn auf den Namen «IUVENTA». Im darauffolgenden Jahr startet ihr Schiff zu seiner ersten Mission und schließt sich den Schiffen verschiedener NGOs, der italienischen Küstenwache sowie der Marine an.
Nach fast zwei Jahren Einsatz und ca. 14.000 auf hoher See geretteter Menschen wurde im August 2017 das Schiff plötzlich beschlagnahmt und von den italienischen Behörden in Lampedusa festgesetzt. Seitdem kursiert u.a. der Vorwurf der Kooperation mit Schlepperbanden. Eine Anklage ist jedoch bis heute nicht erfolgt. Die bewegende Geschichte wurde von Regisseur Michele Cinque festgehalten. Über ein Jahr lang verfolgt der Film das Leben der jungen Protagonist*innen, fängt die gesamte Spanne der Mission ein, beginnend mit dem Moment, in dem sie in See stechen und ihr unglaubliches Vorhaben wahr wird, bis zu dem Punkt, an dem dieser mit der politischen Realität kollidiert.
IUVENTA Trailer

 

Kinderbetreuung und Kinderprogramm

Kinderbetreuung

Für eure Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren gibt es von uns ein Betreuungsangebot. Bei gutem Wetter verbringen wir die Tage auf dem Spielplatz und sollte es regnen werden wir in Räumen des FMP1 bleiben. Bitte meldet eure Kinder online vorab an. Wir freuen uns!
Katharina Vitt, katharina.vitt@rosalux.org

 

Kinderprogramm

Kinder ab 6 Jahren sind herzlich dazu eingeladen unser Kinderprogramm zu besuchen. Eine detaillierte Beschreibung der Aktivitäten und Workshops folgt im nächsten Abschnitt. Auch hierfür bitten wir euch, eure Kinder vorab bei Katharina Vitt (Katharina.Vitt@rosalux.org) anzumelden.

 

Freitag, 14. September 

 

Ab 14 Uhr

Seminarraum 4
Zukunftsreportage

Macht euch bereit, denn wir suchen junge, unerschrockene und echte Reporter*innen, die herausfinden was eigentlich grade am FMP1 abgeht. Und wie das mal anders aussehen könnte in Zukunft! Dazu könnt ihr mit Mut und unverblümter Frechheit die großen Besucher*innen einfach mal ganz direkt fragen. Das Beste ist: Ihr bekommt alles, was Reporter*innen ebenso brauchen (Aufnahmegeräte, Mikro, die ganze Ausstattung) + ein Zertifikat nach erfolgreicher Recherche.

 

Samstag, 15. September

 

10 bis 12.30 Uhr

Seminarraum 4
Zukunftsatelier

Wir malen unsere Zukunft bunt! Auf Bannern und Transpis, auf Wänden und auf dem Boden wollen wir mit euch Ideen und Träume kreativ ans Licht bringen. In Collagen schnippeln und kleben wir unsere Fragen und Ideen zu unseren Zukunftsträumen zusammen. Los, lasst uns gemeinsam zu Stiften und Filzern, Spraydosen und Kreide greifen und unsere Wünsche und Forderungen unübersehbar machen. Eure knallbunten, leisen, lauten, großen Bilder kommen dann auf der Abschlussaktion zum Einsatz.

 

14 bis 17 Uhr

Seminarraum 4
Zukunftslabor

Aus alt mach neu, aus langweilig mach schick, aus kaputt mach zukunftsweisend. In Upcycling-Workshops könnt ihr eure mitgebrachten alten Shirts aufpeppen, Beutel batiken, ausgelatschte Schuhe zu Fabelwesen mutieren lassen.
Und lasst uns erfinderisch werden, wenn wir unsere eigene Limonade brauen. Mit Siebdruck werden wir kreativ und unsere Cremes können wir auch selber manschen und panschen. Kommt in unser Zukunftslabor, die Hexenküche unserer Utopien!

 

17 bis 18 Uhr

Innenhof
Konzert Suli Puschban

«Ich sagte liebe Lillifee, fang halt irgendwann was anderes an. Und Lillifee spuckt in meinen Tee und sagt – nicht irgendwann,  es fängt heute an», singt Suli Puschban. Rockig-rotzig frech ist ihre Musik und sie hat Recht: «Unsere Zukunft fängt nicht irgendwann – sondern heute an.» Kommt zahlreich und singt und tanzt und rockt mit!

 

18 bis 21.30 Uhr

Raum 739 (7. OG)
Geschichten- und Leseabend

Was gibt es gemütlicheres als sich mit einer Kiste voll spannender Abenteuergeschichten in Decken zu kuscheln und miteinander auf Traumreisen zu gehen? Kommt und begleitet Helden und Heldinnen  aus unseren Geschichten auf ihren Abenteuern an ferne Orte, in unbekannte Sphären oder gar in die Zukunft.

 

Sonntag, 16. September

 

12 bis 13.30 Uhr

Seminarraum 4
Abschlussaktion: «Wir holen uns die Zukunft!»

Auf der Abschlussaktion der Kinderwoche der Zukunft zeigen Kinder den Erwachsenen, was heute schiefläuft, morgen hoffentlich besser wird, was Kindern stinkt und was sie sich stattdessen wünschen.

Reportagen, Berichte, Bilder, Schilder und vieles mehr, was in den Tagen zuvor entstanden ist, kommen zum Einsatz und werden den Großen präsentiert: Jetzt holen wir uns die Zukunft!

Standort

Kontakt

Fanni Stolz

Referentin Gewerkschaftliche Erneuerung, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 244